Kalbe l Morgens eine Runde mit dem Hund Gassi gehen. Am Abend ein Spaziergang entlang der Milde, durch den Park und die Stadt mit dem Vierbeiner. Zahlreiche Kalbenser pflegen diese Rituale mit ihren Hunden. Mit dabei ist neben der Hundeleine auch meist eine Tüte, um die Hinterlassenschaften der Vierbeiner wieder wegzuräumen. Denn Tretminen sind unerwünscht.

Gegenüber der Volksstimme äußerten Kalbenser Hundebesitzer, dass sie es begrüßen würden, wenn im Stadtgebiet überall dort, wo die Tierhalter häufig mit ihren Vierbeinern die Runden drehen würden, sogenannte Hundetoiletten aufgebaut würden, also Boxen, aus denen Tüten zur Entsorgung des Hundekots gezogen werden könnten. Ebenso würden Abbfallbehälter dazugehören, in denen die Hinterlassenschaften unterwegs entsorgt werden könnten. Derzeit müssen die Frauchen und Herrchen ihre für die Gassirunde mitgenommenen Tüten nämlich gefüllt auch wieder mit nach Hause nehmen und dort entsorgen.

Ändern Boxen etwas?

In der Kalbenser Stadtverwaltung sind Hundeboxen bislang kein Thema. Bisher habe es kaum Anfragen von Bürgern dazu gegeben, äußerte Ingrid Bösener, stellvertretende Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde. Sie lobte jene Hundebesitzer, die „vorbildlich von sich aus die Hinterlassenschaften ihrer Hunde entsorgen“. Es gebe aber auch jene Zeitgenossen, die diese einfach liegen lassen würden. „Ob sich daran etwas ändert, wenn es entsprechende Boxen gibt?“

In Kalbes Namensvetterin, Calbe/Saale, sind solche Boxen bereits vor Jahren aufgestellt worden. Doch mit mäßigem Erfolg, wie die Schönebecker Volksstimme berichtet hat. Die Boxen wurden kaum genutzt und schließlich durch die Stadt nicht mehr aufgefüllt, weil die Tüten zweckentfremdet worden waren – unter anderem als Stullenverpackung für Kita-Kinder.

Gute Resonanz an der Gartenstraße

Positive Erfahrungen hingegen hat das Unternehmen Grand City Property (GCP) gemacht, dem in Kalbe etliche Wohnungen gehören. 2017 hat es einen solchen Spender am Wohnblock an der Gartenstraße 28 aufstellen lassen. Box und Tüten stellt GCP kostenfrei zur Verfügung. „Gemeinsam mit den Bewohnern möchten wir mit dieser Maßnahme dem Ziel einer sauberen Nachbarschaft weiter den Rücken stärken“, berichtete Katrin Petersen, Sprecherin von GCP, auf Anfrage. Sie fügte hinzu, dass die Hundebox gut angenommen werde und der Hausmeister diese regelmäßig auffülle. Beschwerden über Hundekot gebe es in dem Bereich nicht.