Gardelegen l 300 Mitglieder und sieben geplante Neuaufnahmen, dazu mit 24 aktuellen Teilnehmern am Lehrgang zur Jägerprüfung und bereits 14 Anmeldungen für 2020 eine gute Nachfrage in Sachen Ausbildung in allen drei Jägerschaften: Die Gardeleger Weidmänner und -frauen müssen sich derzeit keine Sorgen um ihr Weiterbestehen machen. Die einzelnen Hegeringe seien ebenfalls nach wie vor sehr engagiert, lobte am Freitagabend deren Vorsitzender Gerhard Henke, während der Jahressitzung in Zichtau.

Und auch in Sachen Brauchtumspflege sind die Gardeleger ganz vorn mit dabei. Sechs aktive Bläsergruppen gibt es aktuell allein in der Gardeleger Jägerschaft, darunter auch eine Kinderbläsergruppe, für deren Betreuung Henke vor allem Rüdiger Kass und Detlef Riesner ein großes Lob aussprach.

Zu wenige Jagdhundeausbildungen

Luft nach oben sieht Henke allerdings immer noch bei der Ausbildung der Jagdhunde. „Nach wie vor gehen Meldungen zu Neuanschaffungen oder zu abgelegten Prüfungen von Jagdhunden nur sehr spärlich ein“, kritisierte er. Die Zahl sei auch insgesamt zu gering. Henke erinnerte in dem Zusammenhang noch mal an die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung der Jagdhundeausbildung.

Und auch eine regelmäßige Teilnahme an den Hegeringschießen mahnte Henke an. „Es geht dabei nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern darum, das Wild mit einem sauberen Schuss zu erlegen.“ Das, so Henke, müsse auf dem Schießstand und nicht am lebenden Wild geübt werden. Dauerthema der Jäger bleibe natürlich weiterhin der Wolf, erinnerte der Chef der Jägerschaft. Den gebe es in der Altmark mittlerweile flächendeckend. Der jährliche Wolfsmonitoring-Bericht des Landes „spiegele nicht annähernd die tatsächliche Situation wider“.

Projekt Fellwechsel vorgestellt

Sorgen macht den Weidmännern aktuell aber auch der hohe Bestand an Schwarzwild, nicht nur im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest, vor der viele Fachleute warnen. „Die Notfallpläne dafür liegen schon in den Schubladen der Behörden.“ Zaunmaterial und Container für die Zwischenlagerung infizierter Tiere seien ebenfalls schon angeschafft worden. „Wenn es zum Seuchenfall kommt, dann ist nicht mehr der örtliche Jäger der Jagdherr, dann führen andere die Schwarzwildbekämpfung durch“, versicherte Henke. Auch deshalb sei es die Aufgabe der Jäger, die Schwarzwildbestände „drastisch zu senken.“

Über das Projekt „Fellwechsel“ informierte am Freitag schließlich Astrid Sutor vom Deutschen Jagdverband. Sie stellte das Pilotprojekt vor, das dafür sorgen soll, dass die Felle heimisch bejagder Raubsäuger wie Fuchs, Waschbär, Marderhund oder Mink sinnvoll verwertet und nicht entsorgt werden. Mit der Sammlung und Abholung von Bälgen, deren Felle dann an die Kürschnerindustrie verkauft werden, könnte auch die Zahl der Zuchttierfarmen zurückgehen, machte Sutor klar. Gute Erfahrungen damit habe bereits der Hegering Estedt gesammelt, erinnerte Henke. Dieser betreue auch die Kühltruhe, die das Land der Jägerschaft zur Verfügung gestellt hatte.