Gardelegen l Wenn ein Kind an einer lebensbegrenzenden Krankheit leidet, kommen viele Belastungen auf die Eltern, auf die gesamte Familie, zu. Neben der Sorge um das geliebte Kind muss der Alltag oft neu organisiert werden, Geschwisterkinder brauchen weiterhin Fürsorge. Hilfe bietet dabei der ambulante Kinderhospizdienst Altmark (KHD), der seit April 2019 existiert und seinen Sitz in Gardelegen hat.

Um für den ambulanten Kinderhospizdienst eine Heimstatt zu schaffen, schloss die Stiftung Adelberdt-Diakonissen-Mutterhaus Stendal, die seit mehr als 20 Jahren die Hospizarbeit in der Region trägt und unter deren Dach vor vier Jahren der ambulante Hospizdienst Gardelegen entstand, Anfang Mai einen Kaufvertrag über eine Immobilie in Gardelegen ab. Im Eckhaus Ernst-Thälmann-Straße/Am Aschberg sollen der ambulante Hospizdienst, der ambulante Kinderhospizdienst Altmark und das Trauercafé ein gemeinsames Domizil bekommen. Bisher wurden diese Angeboten an verschiedenen Standorten in der Stadt bedient. Am gemeinsamen Standort werden sich die Gruppen der Ehrenamtlichen regelmäßig treffen, die Büros sind dort künftig besetzt.

Spenden sind erwünscht

Pfarrer Ulrich Paulsen, Vorstand der Stiftung, geht davon aus, dass das Gebäude im letzten Quartal dieses Jahres bezogen werden kann. „Das ist eine stabile Perspektive für die Stiftungsarbeit.“ Zuvor steht aber noch ein Umbau der Räumlichkeiten an. Ebenso müssen diese rollstuhlgerecht ausgestattet werden. 160.000 Euro fallen laut Planer dafür an, so Ulrich Paulsen. Während der Kauf durch Eigenmittel und Kredit finanziert wurde, sollen für den Umbau zu den Eigenmitteln auch Spenden entgegengenommen werden. Ein Antrag auf Förderung bei Lotto-Toto wird gestellt. „30.000 Euro Spenden mögen aus Gardelegen kommen“, hofft Paulsen. Diese Summe soll bis zum Jahresende zusammengetragen werden.

„30.000 Euro sind bis zum Ende des Jahres hinzukriegen“, sagt Bürgermeisterin Mandy Zepig. Sie möchte Firmen und Vereine bitten zu unterstützen. Und auch die Stadt werde einen Beitrag leisten, sicherte sie zu.

Benefizkonzert

Zugunsten der Hospizarbeit wird es am Sonntag, 16. Juni, ein Benefizkonzert mit dem Kammerchor Magdeburg in der Gardelegener Marienkirche geben, blickt Thomas Rehbein, Koordinator des ambulanten Hospizdienstes, voraus. Beginn ist um 16 Uhr.

Ziel der Arbeit des ambulanten Kinderhospizdienstes ist es, Familien mit Kindern mit lebensverkürzender Krankheit zu begleiten, damit die Lebensqualität wächst. Und diese ehrenamtliche Arbeit kann vielseitig sein, zum Beispiel an der Seite des erkrankten Kindes, aber auch für Geschwisterkinder und Familienangehörige da zu sein. Außerdem werden bei Bedarf Kontakte zu Beratungsstellen und zu Sozialdiensten hergestellt.

Lücke im Norden des Landes geschlossen

Den Kreis der Ehrenamtlichen leitet Kathleen Tanger. Ende März hat sie die Qualifizierung für den pädiatrischen Dienst abgeschlossen. 14 Ehrenamtliche aus Stendal und Gardelegen haben nun ein Schulungs-Curriculum begonnen, das im September abgeschlossen sein wird.

Im Raum Stendal hat bereits die erste Begleitung einer Familie begonnen. Paulsen geht davon aus, dass jährlich fünf bis sechs Begleitungen erfolgen werden. Betreut werden sie durch den KHD Familien von Genthin bis Salzwedel, von Havelberg bis Oebisfelde. „Damit schließen wir die Lücke im Norden Sachsen-Anhalts“, äußert Paulsen. Spenden für den Umbau des neuen Hospizdomizils gehen an: Ambulanter Hospizdienst Gardelegen, IBAN: DE 76 8105 5555 0200 0142 85, BIC: NOLADE21SAW.