Mieste l Gekommen waren Jungen und Mädchen aus dem Bereich Oebisfelde, Mieste und Gardelegen. Im Mittelpunkt standen – wie beim Weltgebetstag – die Philippinen.

Hannah Göring und Maike Hermannsdörfer aus Oebisfelde wühlten in einer großen Kiste, die mit allerhand Unrat gefüllt war, nach Lebensmitteln oder Gerätschaften, die man vielleicht noch gebrauchen könnte. Diese Kiste stellte eine riesige, qualmende, dreckig stinkende Müllkippe dar, wie sie in Ländern wie den Philippinen häufig zu finden sind. Und mitten im Müll wühlen dort Menschen nach etwas Brauchbarem, auch nach Lebensmitteln.

Die Müllkinder war eine Station beim regionalen Kindertag am Sonnabend in Mieste. Und der folgte thematisch dem diesjährigen Weltgebetstag der Frauen mit den Philippinen im Mittelpunkt – ein armes Land mit mehr als 7000 Inseln in Südostasien.

Schrumpelapfel vom Müll

Maike Hermannsdörfer hatte eine leere Plastikflasche gefunden, „die in einer Hütte vielleicht das karge Licht eine Lampe reflektiert, um mehr Licht in die Hütte zu bringen“, meinte die Elfjährige. Isabel Blume aus Jeggau hatte ein Päckchen Tee gefunden und „irgendwas mit Kabeln dran“, was man vielleicht noch gebrauchen könnte. Einen schrumpligen Apfel und abgelaufene Nudeln hatte Josie Beier aus Mieste aus dem Müll geholt. „Würdest du das noch essen?“, fragte Petra Schrader, die mit Elisabeth Schulze die Müllstation betreute. Die Neunjährige betrachtete etwas skeptisch den Schrumpelapfel. „Wenn man richtig Hunger hat, isst man, glaube ich, alles“, meinte Josie Beier.

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Die Müllstation in der Kirche war eine von insgesamt sechs Stationen, die sich beim regionalen Kindertag am Sonnabend in Mieste mit dem Thema Leben und Alltag auf den Philippinen beschäftigten. Mehr als 80 Kinder waren der Einladung zum Kindertag gefolgt – soviel wie noch nie, zeigte sich Gemeindepädagogin Christel Schwerin erfreut. Sie hat gemeinsam mit ihrem Amtskollegen aus Oebisfelde, Christian Kammler, und gut 20 ehrenamtlichen Helfern den Kindertag vorbereitet. „Ohne die Hilfe wäre das nicht möglich“, betonte Schwerin. Besonders schön sei es, dass viele junge Leute aus dem Bereich der Pfadfinder als Stationsbetreuer und bei der Vorbereitung mit dabei seien.

Philippinische Hüte und Tänze

Im Gemeinderaum der katholischen Kirche wurden philippinischer Schmuck und Hüte gebastelt. Im Riesebergsaal wurde getanzt, unter anderem ein philippinischer Volkstanz namens Tinikling. Der Rhythmus wurde mit Bambusröhren erzeugt.

Im Riesebergsaal ging es zudem um das Gestalten von Kerzen. Vermittlung von Wissen, etwa über Naturgewalten im asiatischen Raum, fand spielerisch bei Feuer, Wasser, Sturm in der Miester Kirche statt.

Hefebrötchen mit Curry-Huhn

Auch das Mittagessen stand unter dem großen Thema Philippinen. Die Kochgruppe hatte eigens im Vorfeld entsprechende Rezepte ausprobiert. Am Sonnabend konnten die Kinder dann probieren: Pan de Sal, philippinische Hefebrötchen, Chicken Curry mit Reis und Milchreis, zubereitet mit Kokosmilch.

Ein Termin für alle lesebegeisterten Kinder schon mal zum Vormerken: Am 12. und 13. Mai findet die lange Lesenacht in der Kirche und im Riesebergsaal statt.