Zichtau l „Die meisten Stücke müssten ja bekannt sein“, vermutete Cellist Hartwig Christ am Sonnabend in der Orangerie auf Gut Zichtau, und damit lag der Musiker selbstverständlich nicht falsch. Dort nämlich erklangen an diesem Nachmittag bekannte Titelmelodien von Aktionfilmen wie „Mission impossible“, „Ghost Busters“ oder dem „Rosaroten Panther“. Und dass die vier Männer mit den klassischen Instrumenten auch ganz viel Spaß verstehen, bewiesen sie spätestens mit ihrem Medley aus Titelsongs italienischer Maffiafilme: Da nämlich setzten zwei der schwarz gekleideten Herrn ihre Sonnenbrillen auf und trugen einen weißen Cellokasten wie einen Sarg auf die Bühne. Auch so kann ein klassisches Neujahrskonzert aussehen. Und dabei vermissten die Zuschauer sicher nichts, denn Hartwig Christ, Lukas Dreyer, Matthias Trück und Tim Ströble sind unbestritten Meister auf ihren Instrumenten.

über 150 Konzerte in 20 Jahren

Seit 1997, also immerhin seit 20 Jahren, musizieren die vier zusammen unter dem Namen Quattrocelli. Mittlerweile haben die Männer, die sich schon während ihres Studiums zusammentaten, über 150 Konzerte gegeben und sind auf Tourneen in der ganzen Welt unterwegs.

Und das hört man ihrem Spiel ganz einfach an. Perfekt aufeinander abgestimmt, spielte sich das Quartett schon mit dem ersten Stück in die Ohren und Herzen der Gäste in der ausverkauften Orangerie. Denn egal ob klassische Musik, wie zum Beispiel „Time“, ein Stück, das die Männer sich selbst zu ihrem 20. Jubiläum komponiert haben, oder Blockbustersongs – vom James Bond-Hit „Skyfall“ bis hin zur Tatort- Titelmelodie – hier sitzt einfach jeder Ton, jede Note. Und mit ihrer Spielfreude stecken sie das Publikum an.

Bilder

Die Stücke schreiben sie sich dabei übrigens selbst auf den Leib, beziehungsweise auf ihre Instrumente, denn „es gibt zwar viele Interpretationen für unsere Besetzung, aber keine, die uns so richtig gefiel“, erklärte Christ. Um die Stücke passend zu machen, schreiben die Männer also oft selbst die Noten um, arbeiten aber auch mit namhaften Komponisten zusammen.

Mit Fieber auf der Bühne

Dass sie echte Profis sind, bewies allerdings nicht nur ihre Musik: Denn aus dem Quartett Quattrocelli wäre am Sonnabend um ein Haar ein Trio geworden. „Fast wäre der Auftritt ausgefallen. Einer sitzt hier nun heute mit Fieber auf der Bühne“, verriet Hartwig Christ.

Wer es war? Das Publikum konnte es zumindest nicht erraten. Genau vier Cellisten bestritten am Sonnabend, wie angekündigt, das Neujahrskonzert der Altmark-Festspiele – Kultur an besonderen Orten. Und damit eröffneten sie natürlich auch gleich die Klassik-Musiksaison 2018 in der Altmark. Mit Fieber oder ohne.

Intendant Reinhard Seehafer und seine Frau Carmen waren schon deshalb sehr stolz auf die Musiker.