Seltener Schnappschuss

Kuckuck ruft’s aus dem Wald: Scheuen Vogel bei Wannefeld in Finkenbucht abgelichtet

Er ist der Vogel, der seinen Namen ruft. Doch meist hört man den Kuckuck nur, ohne ihn zu sehen. Unserer Leserin Stephanie Neuber aus Letzlingen im Altmarkkreis Salzwedel gelang ein Schnappschuss von dem scheuen Vogel in Finkenbucht.

Von Elke Weisbach
Er ruft seine Namen: Dieser Schnappschuss vom Kuckuck ist in Finkenbucht gelungen.
Er ruft seine Namen: Dieser Schnappschuss vom Kuckuck ist in Finkenbucht gelungen. Foto: Stephanie Neuber

Wannefeld/Finkenbucht „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ – wer kennt es nicht, das Kinderlied? Und derzeit ertönt der Ruf wieder, mit dem das Männchen laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) sein Revier markiert. Dabei sitzt es meist hoch auf einem Baum, mit gestrecktem Körper, leicht gefächertem Schwanz und hängenden Flügeln. Vor allem im Mai und Juni ist sein meist zweisilbiger Ruf zu hören.

Er ist ein eher scheuer Vogel, der die Nähe des Menschen meidet. Meist ist er im Flug zu sehen. Dabei erinnert er ein wenig an einen Falken, wie der NABU es beschreibt. Doch sein Schwanz ist deutlich länger, sein Flügelschlag auffallend flach. Doch manchmal gelingen Fotos von ihm sitzend auf einem Ast, wie das unten stehende Bild beweist. Stephanie Neuber aus Letzlingen hat es aufgenommen, und zwar in Finkenbucht, das zu Wannefeld gehört. Was den scheuen Vogel dorthin trieb? Das Futter von ihrer Oma Anneliese Heiß, vermutet Stephanie Neuber mit einem Schmunzeln: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass aus diesem Grund alle Vögel in Finkenbucht wohnen.“

Nachwuchs im fremden Nest

Mitte April kehrt der Langstreckenzieher unter den Zugvögeln zurück, erläutert der NABU auf seiner Homepage. Kuckucke überwintern südlich des Äquators, ein kleinerer Teil auch in Westafrika. Dann machen sich die Vögel auch schon daran, für Nachwuchs zu sorgen. Männchen und Weibchen gehen dafür aber keine längere Paarbindung ein. Auch um den Nachwuchs kümmern sie sich nicht, denn das Weibchen verteilt seine Eier gezielt auf die Nester anderer Vögel. Diese Wirtsvögel sind viel kleiner als der Kuckuck. Dazu gehören beispielsweise Teichrohrsänger, Wiesenpieper, Neuntöter, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Bachstelze und sogar der winzige Zaunkönig. Die Ei-Ablage erfolgt in nur wenigen Sekunden, wobei in jedes Nest nur ein Ei gelegt wird. Das Männchen lenkt dabei manchmal die Wirtsvögel ab.

Zwischen Ende April und Anfang Juli legt ein Weibchen neun bis zwölf, manchmal sogar bis zu 25 Eier. Liegt ein Kuckucksei erst einmal im Nest, ist die Brut des Wirtsvogels verloren. Nach dem Schlüpfen schiebt das erst wenige Stunden alte Jungtier nacheinander sämtliche Eier und die bereits geschlüpften Stiefgeschwister über den Nestrand und lässt sich alleine „bewirten“. Und noch etwas: „Wenn man den Kuckuck das erste Mal im Jahr schreien hört, soll man Geld im Sack haben und damit scheppern, dann wird es das ganze Jahr nicht alle“. So jedenfalls sagt es der Volksmund.