Garley-Bier

Markenrechte für das Garley-Bier sind wieder in Gardelegen

Jetzt ist es amtlich: Die Markenrechte für das Garley-Bier aus Gardelegen kehren nach mehr als sieben Jahren wieder zurück in die Hansestadt.

Von Cornelia Ahlfeld
Die Garley-Markenrechte sind wieder zurück in Gardelegen. Braugesellschaftsinhaber Lars Vogel kann nun wieder Garley-Etikette verwenden. Damit ist der Tresen in der Brauerei schon verziert.
Die Garley-Markenrechte sind wieder zurück in Gardelegen. Braugesellschaftsinhaber Lars Vogel kann nun wieder Garley-Etikette verwenden. Damit ist der Tresen in der Brauerei schon verziert. Foto Cornelia Ahlfeld

Gardelegen - Erfreuliche Post hat Lars Vogel am Dienstag in seinem Postkasten vorgefunden: Ein Brief vom Oberlandesgericht Dresden, wonach das Gericht einem Vergleich mit dem bis dato Inhaber der Garley-Markenrechte, Ludwig Hörnlein, und der Gardelegener Braugesellschaft, vertreten durch Inhaber Lars Vogel, zugestimmt hat.

Damit kann die mehr als 700 Jahre andauernde Brauereigeschichte in Gardelegen mit der Marke Garley wieder aufgenommen und fortgesetzt werden. Zwei Jahre hat Vogel darum gekämpft. Und das sei nicht einfach gewesen. Aber nun eben mit Erfolg gekrönt.

Seit März dieses Jahres wird in Gardelegen der Hanse Urtrunk 1356 in der kleinen Braugesellschaft am Lindenberg 8 gebraut. Zuvor sei das ungefilterte, naturbelassene Bier in Tangermünde hergestellt worden.

Etikette mit Wappen und altem Schriftzug

„Nun wieder bei uns in Gardelegen mit Wasser aus Gardelegen. Und wir freuen uns riesig, dass unser Bier nun auch wieder Garley heißen darf“, betonte Vogel. Er hat die Marke Garley auch schützen lassen.

Und so werden die Flaschen mit dem hellen Pils, hergestellt nach einem alten Garley-Rezept, auch wieder mit dem entsprechenden Etikett ausgestattet. Ebenfalls nach einem alten Entwurf vom einstigen Brauereichef Horst Pieper – mit altem Schriftzug und dem Wappen der Hansestadt Gardelegen.

Hörnlein dürfe zwar in seiner Brauerei in Hartmannsdorf im Rahmen eines Nutzungsrechtes noch Garley-Bier verkaufen, aber nicht mit dem Etikett, ebenso dürfe er das Gardelegener Wappen nicht mehr verwenden.

Eine wechselvolle Geschichte

Nach einer wechselvollen Geschichte hatte Ende 2013 nach den Gebrüdern Maximilian und Albert Hösl mit Ludwig Hörnlein der nunmehr dritte Bayer die Gardelegener Brauerei übernommen. Der war zu jener Zeit bereits Chef einer Brauerei in Hartmannsdorf bei Chemnitz. Doch sein Engagement in Gardelegen währte nicht lange – nur knapp ein Jahr. Aus der Insolvenzmasse aus dem Jahr 2012 nahm er unter anderem die Markenrechte mit und auch den schönen Garley-Traditionswagen, der seinen letzten großen Auftritt beim Festumzug im Rahmen des Sachsen-Anhalt-Tages 2011 in Gardelegen hatte.

Mehrfach hatte die Stadt, damals noch unter der Regie von Alt-Bürgermeister Konrad Fuchs, versucht, die Markenrechte wieder nach Gardelegen zu holen. Das scheiterte jedoch an den hohen Geldforderungen Hörnleins. Die Stadt hätte 70000 Euro für die Markenrechte zahlen müssen. Und dazu war man seinerzeit nicht bereit (Volksstimme berichtete).

Außengastronomie und Brauseminare

Nach dem ersten Sud in der Gardelegener Braugesellschaft hat der Absatz offenbar an Fahrt aufgenommen. „Wir kommen gar nicht so schnell hinterher“, erzählte Vogel im Volksstimme-Gespräch. Denn abgefüllt wird alles per Hand. Besonders die 0,33-er Pilsflaschen seien gefragt. „Das wird kistenweise gekauft. Die Leute kommen von sonstwoher“, so Vogel, der, wie sein Braumeister Steffen Kleine, von der Resonanz überrascht war.

Es gebe auch schon erste Anmeldungen von Reisegruppen für Verkostungen, ebenso für Brauereiseminare. Sowie es möglich ist, soll im Freien eine kleine Außengastronomie eröffnet werden. Pfandflaschen am Tresen abfüllen und natürlich der Verkauf vor Ort – das läuft bereits.