Kindergarten soll mit Anbau erweitert werden

Mehr Platz für die Miester Drömlingshüpfer

Die Miester Kita Drömlingshüpfer ist zu klein. Es gibt mehr Anmeldungen als Betreuungskapazitäten vorhanden sind. Die Stadt plant nun einen Anbau mit zwei Gruppenräumen und nimmt dafür noch einmal so richtig Geld in die Hand.

Von Cornelia Ahlfeld
Zur Namensgebung Mitte Juni 2016 wurde ein großes Familienfest im neuen Kindergarten gefeiert. Die Einrichtung ist aber zu klein. Entgegen aller Prognosen steigen die Geburtenzahlen und auch die Einwohnerzahlen in Mieste. Abhilfe soll ein Anbau schaffen.
Zur Namensgebung Mitte Juni 2016 wurde ein großes Familienfest im neuen Kindergarten gefeiert. Die Einrichtung ist aber zu klein. Entgegen aller Prognosen steigen die Geburtenzahlen und auch die Einwohnerzahlen in Mieste. Abhilfe soll ein Anbau schaffen. Archivfoto: Anke Kohl

Gardelegen/Mieste - Miestes Ortsbürgermeister Andy Neubauer bezeichnete es Anfang des Jahres als ein „Luxusproblem“, das man in Mieste habe. Die Kapazität des Kindergartens Drömlingshüpfer im Dorf reiche bei weitem nicht aus. Mittlerweile müssten Kinder aus Mieste schon in die Miesterhorster Kita ausweichen. „Der Ort wächst. Da muss auch der Kindergarten mitwachsen“, stellte Neubauer seinerzeit klar. Eine Containerlösung war für den Ortschaftsrat nicht die beste Lösung. Die sahen die Ortschaftsräte und der Ortsbürgermeister eher in einem Anbau.

Und einen solchen soll es nun auch geben, informierte Stadt-Bauamtsleiter Ottmar Wiesel auf Volksstimme-Anfrage. Die Kapazität der Einrichtung liege bei 70 Kindern. Mit dem neuen Anbau soll Platz für weitere 30 Kinder geschaffen werden, so dass dort dann insgesamt 100 Mädchen und Jungen betreut werden können. Im Vorfeld seien verschiedene Varianten besprochen worden. Gemeinsam mit der Kita-Leitung und der Verwaltung habe man sich dann auf eine Variante geeinigt. Es solle ein Anbau an die bestehende Einrichtung geschaffen werden in gleicher Bauweise und in der gleichen Struktur wie die vorhandene Kita. Mit zwei Gruppenräumen, Rückzugs- und Schlafräumen und einem Abstellraum.

Im Herbst Beratung in den Ausschüssen

Ein Vorentwurf sei bereits vorhanden. Ein Planer erstelle derzeit die Entwurfsplanung mit Kostenschätzung. Und wenn das alles vorliege, würden sich damit nach der Sommerpause die Fachausschüsse des Stadtrates und der Stadtrat selbst befassen. Sollte der Entwurf bestätigt werden, könne die Verwaltung dann mit Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen in die Realisierung gehen. Im aktuellen Haushaltsplan für 2021 und 2022 sei für das Miester Kita-Projekt zunächst eine Million Euro eingeplant. Wie die tatsächlichen Kosten aussehen, werde die Ausschreibung zeigen. Fördermittel gebe es dafür nicht. Die Stadt müsse das also aus eigener Kraft finanzieren.

Ähnlich sieht es derzeit aus bei den geplanten Kita-Neubauten in Solpke und Letzlingen. Für Solpke habe man versucht, über das Programm Stark III Fördergeld zu akquirieren. Der Antrag sei allerdings abgelehnt worden. „Es sieht also nicht so gut aus. Das wird wohl dann auch bei uns bleiben“, so Wiesel. Zurück zur Miester Kita Drömlingshüpfer. Die wird aktuell von 70 Mädchen und Jungen besucht. 14 Kinder stehen auf der Warteliste, informierte Susan Schulz, in der Verwaltung für die städtischen Kindereinrichtungen zuständig, auf Volksstimme-Anfrage. Und die Kinder- und Einwohnerzahlen werden weiter steigen. Davon ist Ortsbürgermeister Andy Neubauer fest überzeugt. Dafür gebe es mehrere Gründe. Zum einen ist es das neue Eigenheimgebiet am Dammkrug. Der erste Abschnitt ist fast komplett bebaut. Die ersten Häuslebauer sind auch schon im zweiten Abschnitt des Gebietes dabei, ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.

Inbetriebnahme am 26. Juni 2015 gefeiert

Bauland ist dort zu normal verträglichen Preisen erhältlich, weil die Ausweisung und Erschließung der Bauflächen über die Stadt Gardelegen laufen, ebenso die Vermarktung. Das heißt, dass nur die Erschließungskosten auf den Kaufpreis umgelegt werden.

Mieste hat als Grundzentrum alle wichtigen Einrichtungen, die fußläufig erreichbar sind, wie Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule, Sekundarschule, Apotheke, Arztpraxis, Sporthalle und mehrere Einkaufsmöglichkeiten. Der Ort am Rande des Drömlings verfügt über eine Bahnanbindung. In gerade mal 20 Minuten ist man in Wolfsburg, also nicht nur interessant fürs Shoppen in der nahegelegenen niedersächsischen Industriestadt, die ihrerseits über eine ICE-Anbindung verfügt, sondern auch für Pendler, die beruflich in Wolfsburg tätig sind. Und außerdem ist es die Lage direkt am Biosphärenreservat Drömling, die den Ort als Wohnort auch für Auswärtige interessant macht. Knapp 2000 Einwohner hat das Dorf (Stand Januar). Allein im vorigen Jahr sind 21 Einwohner neu dazu gekommen.

Die Entwicklung des Ortes war seinerzeit auch ein Grund für den Neubau des Kindergartens, der sich zuvor in einem alten Gebäude am Bahnhof, in der Villa Kunterbunt, befunden hatte. Inbetriebnahme war am 26. Juni 2015 gefeiert worden. Allerdings hatte die Auslastung des Kindergartens damals mit 73 Kindern schon leicht über der Kapazitätsgrenze gelegen. 1,2 Millionen Euro waren investiert worden. Gut die Hälfte davon waren EU-Fördermittel gewesen (Volksstimme berichtete).