Gardelegen l 107 Papierkörbe gibt es aktuell im Ortsteil Gardelegen. Alle in verschiedenen Ausführungen, mal mehr, mal weniger schön. Viele sind mit irgend welchen Aufklebern beklebt. Und so mancher Zeitgenosse nutzt die öffentlichen Papierkörbe auch, um seinen Hausmüll zu entsorgen – und spart somit die Leerung seiner eigenen Mülltonne und schiebt dem Steuerzahler die Kosten für die Leerung der Papierkörbe zu. Die hat jetzt auch die Linke-Fraktion im Gardelegener Stadtrat im Fokus. Und hat noch im Dezember einen Antrag formuliert. Die meisten Behälter nämlich seien mittlerweile unansehnlich und würden auch nicht über eine Vorrichtung für die Aufnahmen von Zigarettenkippen verfügen. Die Linke fordert in ihrem Antrag, die Verwaltung soll prüfen, wo und in welchem Umfang Papierkörbe oder Mülleimer aufgestellt und ältere Behälter aufgewertet werden können. Dazu gibt es drei Unterpunkte: das Erstellen einer Bedarfsplanung, wo sind zusätzliche Behälter sinnvoll, wo müssen Behälter ersetzt werden.

Nachrüsten mit Aschenbecherfunktion

Punkt zwei: Neue Mülleimer sollten mit einer Art Aschenbecherfunktion ausgestattet sein. Vorhandene Mülleimer sollten zusätzlich damit ausgerüstet werden. Denn die „Kippen“ würden zumeist auf Straßen oder Gehwegen ausgetreten und liegengelassen. Das verschandele das Stadtbild. Bei Regen würden die Zigarettenreste in die Kanalisation gespült, was zusätzlich eine Vergiftung der Umwelt darstelle. Und Punkt 3: eine Aufstellung der anfallenden Kosten der Gesamtmaßnahme.

Grundsätzlich müsse das Problem der illegalen Müllentsorgung mehr im Mittelpunkt stehen, betont die Fraktion. Es sollten daher Wege gefunden werden, um das Problem dauerhaft im Bewusstsein der Bürger zu verankern. „Sicherlich lösen mehr Papierkörbe nicht die Gesamtproblematik der illegalen Müllentsorgung. Wir halten aber die Aufstellung zusätzlicher, kreativ gestalteter Müllbehälter mit direkter Ansprache als zielführend“, heißt es im Antrag. In einzelnen Städten gebe es bereits auffällig gestaltete Papierkörbe, beschriftet mit originellen Sprüchen. „Ich bin noch nicht voll“, „Alles rein“, „Gibs mir“, „Schlag mir den Bauch voll“ oder „Schluckspecht“, führt die Fraktion einige Beispiele auf. Neue Müllbehälter sollten auch nur kleine Einwurfschlitze haben, um zu verhindern, dass jemand Plastiktüten, komplett gefüllt mit Hausmüll, in die Behälter werfen kann.

Die Verwaltung hat nun die Aufgaben gelöst und ihrerseits einen Verwaltungsvorschlag erarbeitet. Im gesamten Ortsteil Gardelegen seien 107 Behälter im öffentlichen Raum installiert. 45 Behälter stünden allein auf der Wallanlage mit ihren Seitenwegen und Plätzen. Nach Auffassung der Verwaltung sollten an einigen Stellen zusätzlich Papierkörbe aufgestellt werden, unter anderem an der Sandstraße zwischen Rendelbahn und Kreuzung Thälmannstraße, an der Breitscheidstraße zwischen Burgstraße und Philipp-Müller-Straße sowie in der Fußgängerzone im Bereich des dortigen Drogeriemarktes.

Nachrüsten kostet etwa 13 500 Euro

Sechs Papierkörbe seien defekt gewesen, habe sich bei der Bestandsaufnahme gezeigt. Die seien bereits erneuert worden. Ein Nachrüsten vorhandener Behälter mit Aschenbecherfunktionen sei aus Sicht der Verwaltung aus wirtschaftlichen Gründen nicht ratsam. Davon wären 90 Papierkörbe betroffen. Das wären bei einem Stückpreis von 150 Euro immerhin eine Ausgabe von 13 500 Euro. Im Stadtzentrum gebe es bereits Behälter mit Aschenbecherfunktion. Müssten Behälter ausgetauscht werden, dann wird die Verwaltung nur noch neue Papierkörbe mit Aschenbecherfunktionen kaufen.

Das Aufstellen der zusätzlichen Papierkörbe – vier Stück mal etwa 500 Euro – würde etwa 2000 Euro kosten. Das habe auch zusätzliche Entleerungskosten von 624 Euro pro Jahr zur Folge. Eine Entleerung ist mit einem Euro veranschlagt. Dreimal pro Woche wird geleert: sind pro Behälter 156 Euro im Jahr.

Die Verwaltung verweist in ihrer Stellungnahme auch noch mal auf die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt, wonach geregelt ist, was in diesen Behältern überhaupt entsorgt werden darf. Grundsätzlich seien das nur unterwegs anfallende Kleinstabfälle, wie Zigarettenschachteln, Kippen, Papier, kleine Verpackungen, Papiertaschentücher oder verwendete Hundekottüten.

Auf die von der Linke-Fraktion vorgeschlagene Gestaltung der Mülleimer mit kreativen Sprüchen ging die Verwaltung in ihrem Schreiben allerdings nicht ein.