Corona

Neue Corona-Regeln: Was darf man noch und was nicht?

Von Cornelia Ahlfeld
Außer der Maskenpflicht gibt es viele weitere Corona-Regeln. Symbolfoto: dpa dpa

Gardelegen

„Click & Collect? Was ist das, was muss ich denn jetzt machen“, fragte eine ältere Dame zwei Volksstimme-Reporterinnen, die gestern eine Umfrage in Gardelegens Innenstadt starteten. „Wissen Sie Bescheid, was heute und morgen aufgrund der Inzidenzwerte noch möglich ist oder nicht?“, lautete die Frage. Unisono hieß es: „Nein, wir blicken nicht mehr durch. Ein einziges Chaos.“ „Ich habe gerade zu meinen Kollegen gesagt, ich habe nicht mehr den Überblick, was man darf und was nicht und ab wann“, sagte eine Passantin. Sie wisse nur sicher, dass man sich mit einer Person noch treffen dürfe. „Und ich glaube, ab einer Inzidenz über 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen müssen die Kindereinrichtungen schließen“, wusste die Frau, die namentlich nicht genannt werden wollte. Das sei einfach mittlerweile alles zu viel, und täglich komme etwas Neues dazu.

Vorerst keine Kontrollen

Die Geschäftsleute hatten sich im Vorfeld offenbar gut informiert. Bis auf wenige Ausnahmen, wie der Drogeriemarkt, die auch weiterhin geöffnet bleiben dürfen, waren alle Geschäfte geschlossen. Seit gestern geht coronabedingt wieder nur: Anrufen, bestellen und abholen. Die Innenstadt war folgerichtig fast menschenleer.

Seitens der Stadt seien gestern aufgrund der aktuellen Lage noch keine Kontrollen durchgeführt worden, informierte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher auf Volksstimme-Anfrage. „Alles ist noch neu. Wir lassen das erst mal anlaufen. Das kann sich ja schließlich bis nächste Woche alles wieder ändern“, betonte Schumacher. Die Verwaltung habe gestern die städtischen Kindereinrichtungen über die neue Sachlage informiert, denn die müssten aufgrund der hohen Inzidenzzahlen der vergangenen drei Tage ab Mittwoch geschlossen werden. „Es wird eine Notbetreuung angeboten“, sagte Schumacher. Und: „Wir hoffen, dass es einfach mit dem Impfen schneller geht“, um irgendwann auch wieder in den normalen Alltag zurückkehren zu können.

Noch ist der Alltag in weiter Ferne. Ab dem morgigen Mittwoch werden die Grundschulen aufgrund der aktuellen Inzidenzzahlen den Präsenzunterricht aussetzen. Das habe ihnen der Kultusstaatssekretär Jan Hoffmann per Mail gestern mitgeteilt, wie die Leiterin der Letzlinger Grundschule, Silvia Lehmann, auf Volksstimme-Anfrage informierte. Darauf war die Grundschule in Letzlingen schon vorbereitet, die bereits über den Hort die entsprechenden Informationen über die bevorstehende Schließung der Kindereinrichtungen erhalten hatte. Daraufhin habe sie, wie Schulleiterin Silvia Lehmann weiter sagte, bereits entsprechende Elternbriefe verfasst und verschickt. Für die Klassen eins bis drei wird eine Notbetreuung eingerichtet. Klasse vier soll in Vorbereitung ihres Wechsels auf die weiterführenden Schulen – wenn möglich – im Wechselunterricht bleiben.

Notbetreuung ab Mittwoch

Eine Notbetreuung wird es auch in der GB-Förderschule geben. Es sei aber noch vieles offen, wie alles zu handhaben wäre. „Aber wir organisieren die Notbetreuung“, betonte die stellvertretende Schulleiterin, Doreen Weber.

Das gilt auch für das Gymnasium. Dort teilte Schulleiterin Steffi Ros auf der Homepage der Schule mit, dass die Bildungseinrichtung ab Mittwoch wieder in den Distanzunterricht geht. Ausnahme: Die elften Klassen bleiben im Wechselbetrieb, besuchen also weiterhin alle zwei Tage die Schule und kommen alle am gleichen Tag zu den angesetzten Klausuren zusammen. Das Abitur bleibt von den neuen Regelungen völlig unberührt.

Um 15.14 Uhr kam dann die Information des Kreises per Mail an die Volksstimme-Redaktion. „Die Inzidenz im Altmarkkreis Salzwedel überschreitet laut RKI heute den Schwellenwert von 165 den dritten Tag in Folge ... Somit ist nach dem neuen Infektionsschutzgesetz ab dem übernächsten Tag (Mittwoch, 28. April) der Präsenzunterricht an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen untersagt, und es findet Distanzunterricht statt. Der Altmarkkreis Salzwedel beabsichtigt per Allgemeinverfügung, Abschlussklassen und Förderschulen von der Untersagung auszunehmen. Näheres hierzu wird den betreffenden Schülerinnen, Schülern und deren Eltern von der jeweiligen Schulleitung mitgeteilt. Zu schließen sind ebenfalls ab dem übernächsten Tag Kindertageseinrichtungen und Kinderpflegestellen bei einem Inzidenzwert über 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen“, heißt es in der aktuellen Corona-Pressemitteilung des Kreises.

Um das Durcheinander mit den Inzidenzen und Vorschriften etwas zu entwirren und Informationen zu vereinfachen, hat auch die Stadt Gardelegen jetzt auf ihrer Homepage eine verständliche Übersicht zur aktuellen Situation mit den Zahlen vom Robert-Koch-Institut, anschaulich aufgearbeitet mit Diagrammen, veröffentlicht (www.gardelegen.de, Covid-19).