Kalbe l Ein Steuer und ein Anker zieren jene Uhr, die die neue Verwaltungsleiterin der Kalbenser Median-Klinik, Jana Weinhold, von ihren Kollegen zur Amtsübernahme erhalten hat. Sie ist ein Symbol dafür, dass sie jetzt das Ruder des Schiffes übernommen hat und dass sie auch mal den Anker werfen muss, wenn es nötig ist. „Ich finde das sehr passend“, sagt die 48-Jährige lächelnd.

Die kommissarische Leitung der Median-Klinik, die mit 120 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Region ist, hatte Jana Weinhold bereits seit Januar inne. Zudem war sie von Januar bis Mai 2015 schon einmal als Krankheitsvertretung in dieser Position tätig. Jetzt aber haben sie und die Unternehmensführung einen neuen Vertrag unterzeichnet, in dem es das Wort „kommissarisch“ nicht mehr gibt. Schließlich hat Jana Weinhold bewiesen, dass sie es kann.

Sechs Jahre Chef-Assistenz

Ursprünglich hat die zweifache Mutter, die aus Schenkenhorst stammt und die heute mit ihrem Mann in Röwitz zu Hause ist, mal eine Beamtenlaufbahn angestrebt. Doch nach der Wendezeit galt es, sich neu zu orientieren. Und so begann Jana Weinhold 1995 in der Median-Klinik Kalbe. Sie ist somit eine Frau der ersten Stunde. Und an ihren ersten Auftritt dort erinnert sie sich noch ganz genau. Auf der Suche nach einem Ansprechpartner für ihre Bewerbung lief sie nämlich ausgerechnet dem damaligen Verwaltungsleiter Christian Rettberg über den Weg. Beide kannten sich nicht und wussten nichts vom jeweils anderen. Aber schon nach einem kurzem Wortwechsel bescheinigte der Herr der Dame wegen ihrer zugewandten Art: „Na, wenn Sie so weitermachen, dann werden Sie hier mal Chef.“ Rettberg sollte recht behalten.

In den vergangenen sechs Jahren hat Jana Weinhold als Assistentin der Geschäftsführung agiert, kennt also beide Seiten des großen Bürotisches. Und an beiden Seiten kommt es auf eine gute Kommunikation an, hat sie gelernt. Wichtig ist Jana Weinhold, dem Team Kontinuität zu geben. Denn in den vergangenen Jahren hatte es sich mehrfach auf eine neue Leitung einstellen müssen.

Gemeinsam werde nun das Ziel angestrebt, sagt die Chefin, die super Noten bei der Patientenzufriedenheit – bei der bislang letzten Befragung gab es insgesamt eine 1,2 – zu behalten und sich auch wieder stärker in das Geschehen in der Stadt Kalbe einzubringen. „Wir haben auch eine gewisse Verantwortung dem Standort gegenüber“, ist Jana Weinhold überzeugt. Und so war eine ihrer ersten Amtshandlungen als neue Leiterin, eine Firmenente zu erwerben, die nun beim Rennen am 5. August an den Start geht.