Gardelegen l  Die Arbeiten sind fertiggestellt. Das Gerüst ist abgebaut. Das Ergebnis: Die restaurierte Turmwand aus der Perspektive des offenen Schiffes gesehen, sahen sich nun Vertreter des Kultur- und Denkmalpflegevereines Gardelegen, Träger der Nikolaikirche, Vertreter des Gardelegener Bauamtes und Architekt Lutz Schwarzbrunn an.

Letzterer berichtete, wie es nun weitergehen soll. So wird bereits am Montag am Turm mit den Erdarbeiten in Vorbereitung für das Errichten der Bühne begonnen. Dazu werden auch Archäologen erwartet, die einen Blick in das Erdinnere vornehmen. Nach zwei bis drei Tagen sollte diese Maßnahme, nach Einschätzung Schwarzbrunns, erledigt sein,

Bodenfläche für Stühle

Die Errichtung von Bühne und Empore in der Nikolaikirche soll dann im kommenden Jahr realisiert werden. Möglich sind diese Arbeiten bei offenen Wetter. Schwarzbrunn erklärte, dass voraussichtlich im März die Maßnahmen vorgenommen werden. So können dann während der warmen Monate im kommenden Jahr bereits kulturelle Veranstaltungen im äußeren, unbedachten Teil der Kirche stattfinden. Fest stehe bereits, dass dann ein Puppenspiel gezeigt werde, welches das Architektenbüro spendiere.

Wenn alles gut läuft, sprich wenn Fördermittel aus dem Fördertopf „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren, Lebenswerte Altstadt und Bahnhofsvorstadt“ fließen, soll auch eine Bodenfläche zum Aufstellen von Stühlen entstehen. „In den nächsten Tagen entscheidet sich, ob nochmal Fördermittel freigestoßen werden“, äußerte Bauamtsleiter Ottmar Wiesel. Bleiben diese Fördermittel aus, „wird es bei Stehplätzen bleiben“, antwortete Schwarzbrunn. Eine Bodenfläche werde es also nur mithilfe einer Förderung geben.

Rigolen zur Entwässerung

Vorgesehen ist ein Ziegelboden, da bereits Fragmente eines historischen Ziegelbodens vorgefunden wurden. Sollte eine solche Bodenfläche entstehen, werden während der Erdarbeiten auch wieder Archäologen vor Ort sein.

Zur Versickerung des Niederschlagwassers sollen Rigolen angelegt werden. Dabei handelt es sich um einen mit Schotterschichten ausgestatteten Graben, in dem das Wasser schnell versickern kann.

Notsicherung der Malereireste

Angedacht ist außerdem die Notsicherung von Malereiresten im unteren Bereich der Turmfassade. Dort habe sich einst ein Bildnis des heiligen Franziskus befunden. Auf einer Folie, die mit etwa 15 Zentimeter Abstand zum Mauerwerk angebracht wird, könnte eine Darstellung dieses Bildes schemenhaft reproduziert werden, so die Idee Schwarzbrunns.