Jeetze l „Offiziell ist das ein Kurierfahrzeug“, sagt Axel Hübner und guckt dabei total ernst. Das Mitglied der Jeetzer Feuerwehr, das dort unter anderem für die Nachwuchsarbeit verantwortlich zeichnet, weiß ganz genau, dass es mit dem ungewöhnlichen Einsatzfahrzeug, Marke Trabant 601 Kombi, an dessen Steuer er sitzt, Aufsehen erregt. Jedenfalls bei Außenstehenden, nicht bei den Kameraden anderer Feuerwehren.

Die wissen schon: Wenn Jeetze mit alarmiert wird, dann könnte auch jederzeit der Wagen mit dem Zweitaktmotor um die Ecke biegen und die Schlauchhaspel hinter sich herziehen. So wie auch wieder am Mitwochabend an der Sieper Kreuzung, als ein beginnender Waldbrand gemeldet wird, der sich dann aber zum Glück als kleiner Böschungsbrand entpuppt.

1999 erstmals vorgestellt

Axel Hübner ist meist derjenige, der den Trabent lenkt, den er außerhalb von Einsätzen auch liebevoll pflegt. Und der 51-Jährige erinnert sich noch sehr gut daran, wie der Sachsenring-Flitzer zum ersten Mal als Feuerwehrfahrzeug vorgestellt wurde. Das war nämlich zum 70-jährigen Bestehen der Jeetzer Feuerwehr im Jahr 1999. Allerdings sollten dann noch ein paar weitere Jahre ins Land gehen, bis der Trabi so hergerichtet war, dass er ein Blaulicht aufs Dach bekommen und zu Einsätzen genutzt werden durfte. 2006, das sagt das ordentlich geführte Fahrtenbuch aus, war dies das erste Mal der Fall. Seither ist der Trabant, der im Juli 1974 seine Erstzulassung erlebt hat und demnach ein echter Oldtimer ist, rund 10.000 Kilometer im Dienst der Feuerwehr gelaufen. Er wird auch gern als Kurierfahrzeug für das Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Kreisfeuerwehrverbandes Salzwedel genutzt. In diesem Jahr fand es in Dähre statt. Nur erlitt der Jeetzer Feuerwehrtrabant dort einen Motorschaden, der inzwischen allerdings – einem Austauschmotor sei Dank – wieder behoben ist.

Der Trabant der Jeetzer Wehr erfüllt übrigens alle Klischees, die sich gemeinhin mit so einem Gefährt verbinden lassen. Natürlich gibt es in der Hutablage eine umhäkelte Klopapierrolle. Und auch der Kunstharzknauf für den Schalthebel – zu DDR-Zeiten meist aus Polen oder anderen Bruderstaaten eingeführt – darf nicht fehlen. Genauso wenig wie die kleine Vase mit Kunststoffblume, die via Saugknopf am Armaturenbrett angebracht ist.

Übrigens: Ein herkömmliches Feuerwehrfahrzeug, ein TSF, hat die Jeetzer Wehr natürlich auch. Doch der Trabi macht eindeutig mehr her.