Landtagswahl

Oliver Stegert aus Parleib will für die SPD das Direktmandat

Oliver Stegert aus Parleib will für die SPD das Direktmandat im Wahlkreis 2 gewinnen. Der 42-Jährige ist eng mit den Zielen der Sozialdemokratie verbunden.

Von Cornelia Ahlfeld
Kandidiert für die SPD für den Landtag (Direktkandidat Wahlkreis 2): Oliver Stegert aus Parleib. Der 42-jährige Schornsteifegermeister will das Direktmandat im Wahlkreis 2 gewinnen.
Kandidiert für die SPD für den Landtag (Direktkandidat Wahlkreis 2): Oliver Stegert aus Parleib. Der 42-jährige Schornsteifegermeister will das Direktmandat im Wahlkreis 2 gewinnen. Cornelia Ahlfeld

Gardelegen - In schwarzer Schornsteinfegerkluft mit goldfarbigen Knöpfen, mit Zylinder und einer auffallend roten Umhängetasche – so ist der Meister im Schornsteinfegerhandwerk, Oliver Stegert aus Parleib, auf Wahlkampftour. Und verteilt dabei auch ein bisschen Glück, unter anderem in Form von Schornsteinfegerhäppchen in Schokolade und Glückskeksen mit Sprüchen wie „Gute Politik kriegen wir gebacken“.

Und gute Politik will der 42-Jährige nicht nur im Stadtrat oder im Kreistag, sondern künftig auch im Landtag machen. Und setzt sich dabei mehrere Schwerpunkte: eine gute Finanzausstattung der Kommunen und damit verbunden eine entsprechende Änderung des Finanzausgleichsgesetzes, die Sicherung der Krankenhausstandorte und ein Abbau des Investitionsstaus in den Kliniken, die Beseitigung des Lehrermangels an den Schulen.

Das Thema Landwirtschaft ist für den Mann aus Parleib ebenfalls wichtig.

Keine Fotovoltaik in Größenordnungen

Vor allem geht es ihm darum, dass landwirtschaftlich genutzte Flächen nicht für Fotovoltaikanlagen in Größenordnungen genutzt werden. Wie mit dem Gardelehrer-Projekt, um künftige Lehrer mit einem Stipendium an die Stadt zu binden, sieht Stegert auch dabei Gardelegen in der Vorreiterrolle mit dem geplanten Flächenkonzept für Fotovoltaikanlagen. „Das kann man auch auf Landesebene erstellen“, so Stegert.

Grundsätzlich stünden für ihn der „normale Arbeitnehmer, Handwerker und Mittelständler im Mittelpunkt“, betont Stegert. Dass er bisher bei keiner Partei im Dienst stand, sondern ganz normal gearbeitet hat, sieht er als Vorteil. „Ich komme aus dem Handwerk. Ich kenne die Probleme der Menschen hier auch aus eigener Erfahrung“, sagt Stegert. Beruflich bedingt habe er viel Kontakt zu Menschen, führe Gespräche, kenne deren Sorgen und Nöte. „Und ich habe immer versucht, dass in meine kommunalpolitische Arbeit einfließen zu lassen“, so Stegert, der zudem Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes und des SPD-Ortsverbandes Gardelegen ist.

Ein Beruf mit Zukunft

Geboren am 20. August 1978 in Gardelegen, verbrachte er das erste Lebensjahr in Parleib. Nachdem seine Eltern ein Haus in Weteritz gebaut hatten, folgte der Umzug. Nach der Schule wollte er eigentlich Polizist werden, hatte auch alle Tests schon bestanden. Probleme gab es mit der Sehkraft. „Damals, Anfang der 1990er Jahre, war die Arbeitslosigkeit groß. Ich wollte also einen Beruf mit Zukunft erlernen“, erinnert sich Stegert.

Es wurde schließlich der Schornsteinfeger. „Und das habe ich nie bereut. Ein Beruf mit Aussichten. Ich liebe diese Aussichten“, schwärmt der 42-Jährige.

Es folgten 15 Gesellenjahre, unter anderem bei Helmut Went in Käthen. Den begleitete Stegert in den Ruhestand und konnte dann nach erfolgreicher Bewerbung im Jahr 2011 dessen Kehrbezirk übernehmen: 36 Dörfer im Raum Gardelegen und Stendal, 2600 Grundstücke. „Wir haben gut zu tun“, so Stegert, der damit auch beruflich selbstständig ist. Seit 2002 ist er Meister im Schornsteinfegerhandwerk und bildet auch selbst aus, unter anderem Anja Meier aus Volgfelde. Sie wird, sollte er gewählt werden, den Betrieb geschäftsführend leiten.

Umzug auf den Hof der Großeltern

1995 lernte er seine Frau Conny kennen. Mit ihr zog er 1999 nach Parleib zurück und übernahm dort den Hof der Großeltern. Seit 2004 sind beide verheiratet. 2002 kam Tochter Vanessa-Celina auf die Welt und 2009 Sohn Ben-Aaron.

Zu den Hobbys der Familie gehören die Shetlandponyzucht, der Fußball, das Bogenschießen in Lindstedt und die Tierhaltung auf dem Hof: zwei Schafe, zwei Hängebauchschweine, ein Pfauenpärchen mit Kind, zwei Katzen, drei Hunde, Hühner. „Alles aus Spaß an der Freude. Bei uns wird kein Tier geschlachtet. Alle haben einen Namen. Wir haben einen Hof, und den erfüllen wir mit Leben“, betont Stegert.

Er hofft nun, dass er das Direktmandat gewinnt. Und er möchte im Landtag auch regieren, mitgestalten und nicht in der Opposition sitzen. Er will für Politik zum Anfassen und Mitmachen stehen. Eines seiner großen Vorbilder dabei: Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher (SPD).