Gardelegen l „Wir haben bis zum letzten Moment überlegt, wie wir die Offenen Gärten organisieren, denn wir wussten von Woche zu Woche nicht, welchen Spielraum wir bei den ganzen Verordnungen haben.“ Mit diesen Worten macht Vorstandsmitglied Hartmut Krüger deutlich, mit welchen Schwierigkeiten auch die Gartenakademie Sachsen-Anhalt mit Sitz in Gardelegen angesichts der Corona-Pandemie zu kämpfen hat. Mit dem Druck der aktuellen Broschüre zum Gartensommer 2020 mit den Offenen Gärten, der zum ersten Mal von der Gartenakademie für das ganze Land Sachsen-Anhalt organisiert wurde, ist deshalb relativ lange gewartet worden. Er ist aber jetzt in Auftrag gegeben. Die Broschüren liegen demnächst vor, wenn auch in einer geringeren Auflage.

Versorgung ist noch ein Knackpunkt

Zuvor, so Projektleiterin und Landschaftsarchitektin Christa Ringkamp, habe man auch mit allen privaten Gartenbesitzern, die in der Broschüre und auch auf der Homepage der Gartenakademie (www. gartenakademie-sachsen-anhalt.de) mit Adresse und Telefonnummer aufgeführt sind, gesprochen, ob sie öffnen wollen. Doch auch wenn sie erst einmal Ja gesagt hätten, so obliege ihnen die endgültige Entscheidung am Ende aber selbst, ob und wie sie öffnen würden. Denn das stehe immer noch nicht fest. Der größte Knackpunkt im Moment dürfte die Versorgung sein, also ob es erlaubt sein werden, den Besuchern Kaffee und Kuchen anzubieten. Sie hoffe, so Ringkamp, dass man in 14 Tagen schon mehr sagen könne.

Deshalb sei es aber dennoch für jeden, der bis September an jedem dritten Sonntag im Monat Besuche von offenen Gärten plane, ratsam, vorher auf der Homepage der Gartenakademie nachzusehen oder bei den Gartenbesitzern anzurufen und zu fragen, ob der Wunschgarten an dem Tag auch zugänglich sei, empfiehlt Ringkamp.

„Die Leute sind sehr unsicher, wissen nicht, was sie machen sollen“, bestätigt auch Andrea Ehlers, die mit ihrem Mann Ulrich an der Aktion teilnimmt und in ihren Schaugarten in Quadendambeck einlädt. Wie sie berichtet, wollten sie und ihr Mann ihren Garten zwar erst am Sonntag, 21. Juni, für Interessenten öffnen, aber am 15. Mai, dem ersten Offener-Garten-Sonntag, „waren auf einmal schon Besucher da“. Sieben Familien seien es gewesen, erzählt Ehlers, die natürlich auch reingelassen wurden. „Ja, die Menschen wollen raus, mal wieder etwas anderes sehen“, schätzt Christa Ringkamp ein.

Infos auf der Homepage

In der Broschüre und auf der Homepage sind insgesamt 101 Gärten, aufgeteilt in die fünf Tourismusregionen Altmark, Magdeburg-Elbe-Börde-Heide, Harz, Anhalt-Dessau-Wittenberg und Halle-Saale-Unstrut aufgeführt. Dazu gehören neben zahlreichen privaten Gärten auch die Gartenträume-Anlagen, die Schaugärten im Netzwerk „Natur im Garten“ und die Gärten mit der Auszeichnung „Natur im Garten“. Sachsen-Anhalt ist damit bundesweiter Vorreiter in der Vermarktung eines landesweiten Gartennetzwerkes: das ganze Land – ein Gartenland.

Allein in der Altmark gibt es 36 Gartenparadiese, die ihre Bereitschaft, am 21. Juni zu öffnen, erklärt haben. In der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen sind es sieben Standorte, die nach Dörfern geordnet sind. Dazu gehören in Gardelegen selbst Wilma Rolletschek mit ihren Kräuterhofgarten sowie in Ipse Tilo Motschall, Karin Schulze, Regina Ziegelski und Detlef Stimbra. Ob diese Gärten geöffnet werden, steht derzeit noch nicht fest. Dazu kommen die Gardelegener Wallanlagen, die ganzjährig zugänglich sind, und das Gut Zichtau. Auch hier gibt es noch keine Entscheidung. Für Kalbe sind in der Broschüre das Gartenparadies von Familie Frenzel, der Kurpark sowie der Buchsbaumgarten aufgeführt.