Gardelegen (ca) l Ein 59-jähriger Mann war offenbar neugierig und wollte quasi als blinder Passagier die Einweihung des neuen Besucher- und Dokumentationszentrum auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe am Dienstagnachmittag (15. September) mitverfolgen. Einziges Problem: Er hatte keine Einladung zum hochabgesicherten Staatsakt mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, seiner Frau Elke Büdenbender, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und anderen geladenen Gästen.

Die Veranstaltung hatte um 13 Uhr begonnen. Eine halbe Stunde später wurde der Mann von Polizeibeamten in einem anliegenden Waldstück im Gebüsch festgestellt, teilte die Polizei mit. Auf Nachfrage hatte der 59-Jährige dann angegeben, dass er sich die Eröffnung anschauen wollte, aber eben keine Einladung erhalten habe. Aus diesem Grund habe er versucht, das Gelände der Gedenkstätte über das Wäldchen zu erreichen. Das Interesse in Ehren: Die Polizei erteilte aber dennoch einen Platzverweis. Zudem gab es für den Mann noch eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Umfangreiche Absicherung

Beamte des Polizeirevieres Altmarkkreis Salzwedel waren bei dem Festakt der Eröffnung des Ausstellungsgebäudes unterstützend im Einsatz „mit der Zielsetzung eines störungsfreien Verlaufs und der Einhaltung des geltenden Rechtes“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus waren Beamte der Landesbereitschaftspolizei Magdeburg, des Zentralen Einsatzdienstes der Polizeiinspektion Stendal, des Landeskriminalamtes sowie Polizeibeamte mit Diensthunden aus Halle, Dessau und Gardelegen im Einsatz. Die Fahrzeuggruppe um den Bundespräsidenten sei ab Letzlingen durch Polizeifahrzeuge begleitet worden. Verkehrsbehinderungen habe es dadurch nicht gegeben.

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Eingeladen zur Eröffnung hatte die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt mit dem Bundespräsidialamt, der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt und der Stadt Gardelegen.

Nur 60 geladene Gäste

Die Eröffnung des neuen Dokumentationszentrums sollte ursprünglich mit großer internationaler Beteiligung bereits am 6. April anlässlich des 75. Jahrestages des faschistischen Massakers vom April 1945 stattfinden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde dieser Festakt verschoben und fand nun am Dienstagnachmittag – allerdings in wesentlich verkleinerter Form quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit – statt. Denn es durften aufgrund der Corona-Vorschriften nur etwa 60 geladene Gäste teilnehmen. Dazu gehörten auch Vertreter aus allen Stadtratsfraktionen.