Schafe

Schäferin gibt nach Wolfsangriffen bei Kalbe Teile ihres Schafbestands ab

Nach drei Wolfsangriffen auf ihre Herden innerhalb weniger Woche steht der Entschluss fest. Silvia Krause, Schäferin im Nebenerwerb, wird die Anzahl ihrer Tiere reduzieren. Sie gibt die Zucht ihrer Wildschafrasse auf.

Von Doreen Schulze
Nach drei Wolfsrissen trennt sich Silvia Krause nun von ihren Soay-Schafen, einer seltenen Wildschafrasse.
Nach drei Wolfsrissen trennt sich Silvia Krause nun von ihren Soay-Schafen, einer seltenen Wildschafrasse. Foto: Silvia Krause

Jemmeritz - Da kann man schon resignieren. Silvia Krause, Schäferin im Nebenerwerb, musste in diesem Jahr bereits dreimal erleben, dass Wölfe ihre Schafe rissen. Anfang Februar wurden bei einer solchen Attacke vier Tiere aus einer Herde Texelschafe bei Brüchau getötet und drei verletzt (Volksstimme berichtete).

Am 15. März erfolgte der nächste Angriff auf  Texelschafe. Drei Schafe wurden getötet und drei verletzt, davon mussten Tiere aufgrund ihrer schweren Verletzungen  eingeschläfert werden. Dieser Angriff geschah auf einer Weide zwischen Kalbe und Wernstedt. Die aufgeschreckte Herde riss aus und stand später auf der Straße. Dort kam es zu einem Unfall mit einem Lkw, bei dem ebenfalls eine trächtige Aue getötet wurde (Volksstimme berichtete).

Nur eine Woche später musste  Krause zum dritten Mal  innerhalb von acht Wochen feststellen, dass wieder ein Wolf in eine ihrer Herden eingedrungen war. Diesmal wurden bei Jemmeritz Tiere ihrer Wildschafherde, den Soay-Schafen, gerissen.   Entdeckt hat sie diesen Vorfall erst am späten Nachmittag des betreffenden Tages. Zuvor war sie mit einem Experten für Schutzzäune  bei einer anderen Herde, um sich  beraten zu lassen. Erst im Anschluss fuhr sie zur Soay-Schafherde und entdeckte, was passiert war. „Von elf fehlenden Lämmern habe ich nur noch ein halbes gefunden.“ Auch zwei Mutterschafe waren totgebissen worden.  Eines dieser Tiere konnte am folgenden Morgen nicht mehr geborgen werden. „Das wurde in der Nacht auch noch weggeholt.“ Nach jeder Attacke waren Mitarbeiter des Wolfkompetenzzentrums vor Ort.

Silvia Krause hat zu ihren Tieren eine Bindung aufgebaut. Es schmerze jedes Mal, wenn diese auf diese Weise umkämen. Hinzu komme der wirtschaftliche Aspekt.  Trotz des Einsatzes von Schutzzäunen kam es zu den Übergriffen. Sie entschied  sich, ihren Schafbestand zu reduzieren.   „Nach drei Wolfsrissen in kurzer Zeit macht man sich Gedanken, wo das noch hinführen soll. Man hat die Schafe ja nicht, um die Wildnis zu bedienen.“ Ihre Wildschafherde, bestehend aus rund 60 Tieren, hat sie  weitergegeben.  Soay-Schafe sind aufgrund ihrer relativen Unwirtschaftlichkeit eine seltene Rasse. Da sie  nur etwa 25 Kilogramm wiegen, geben sie  wenig Fleisch. „Die Haltung ist für Liebhaber, die das Fleisch zu schätzen wissen“, so Krause.

Nach drei Wolfsrissen trennt sich Silvia Krause nun von ihren Soay-Schafen, einer seltenen Wildschafrasse.
Nach drei Wolfsrissen trennt sich Silvia Krause nun von ihren Soay-Schafen, einer seltenen Wildschafrasse.
Foto: Silvia Krause