Mieste l Nanu? Eigentlich sollte Schulleiterin Ilka Passiel in der Aula doch die Schüler des Abschlussjahrganges der Miester Sekundarschule am Drömling mit einer kleinen Rede verabschieden. Sie steht auch schon am Rednerpult. Da klingelt plötzlich ihr Telefon. Ein Mitarbeiter des BAFVES, des „Bundesamtes für die Verwertung entlassener Schüler“, meldet sich just – und hat offensichtlich die Richtige am Apparat. Denn „gerade ist bei uns eine frische Lieferung eingetroffen“, so Passiel schmunzelnd. Und von herausragender Qualität.

Natürlich sei bei den Schülern großes Potenzial, macht sie dem Bundesbeamten am anderen Ende der Leitung klar. Sicher, es gebe jede Menge Schüler mit großer Sozialkompetenz, auch Verschlüsselungsexperten, selbstverständlich, und auch Dressmen bei den jungen Herren seien im Angebot. Eine „wilde Mischung“ eben: 39 junge Damen und Herren in edlem Zwirn, etwas aufgeregt, froh, ziemlich stolz.

20 erweiterte Realschulabschlüsse

Ilka Passiel und die Klassenlehrer Edelgard Koch, Karin Vogel, Anja Meinhardt und Stefan Thodte konnten auf der Bühne 16 Realschul-, drei Hauptschul- und 20 erweiterte Realschulabschlusszeugnisse überreichen. „Ein Zeichen, dass sich unsere Mühe gelohnt hat“, so Passiel.

Dann erinnerte sie an die vielen schönen Stunden, an die Klassenfahrten, Schulprojekte, die Frisurenvielfalt mancher Schüler und auch an etliche Anekdoten, bei denen die jungen Leute in sich hineingrinsten. Auf einer Beamerleinwand erinnerte eine Fotoshow an die Schulzeit. Mancher Schnappschuss sorgte für lautes Lachen im Publikum, zu dem auch Eltern und Geschwister der Abschlussschüler gehörten. Bei ihnen, aber vor allem bei den Lehrern, bedankten sich Tabea Lenz und Nele Krause im Namen aller Mitschüler in ihrer Dankesrede. Und auch die Klassenlehrer der beiden zehnten Klassen hatten ein kleines Dankeschön vorbereitet: Die engagiertesten Elternvertreter wurden mit Blumen geehrt. Eine besondere Ehrung vom Schulverein erhielten Tabea Lenz und Hanna Beyer, die sich neben guten Leistungen vor allem durch ihr Engagement ausgezeichnet hatten. Sie erhielten je einen Kinogutschein für zwei Personen, „so dass sie sich ohne uns in ihrer Freizeit nicht zu sehr langweilen“, sagte Ilka Passiel. Am ersten Abend „in Freiheit“ langweilte sich aber ohnehin niemand: Im Miester Kinosaal wurde nach der Zeugnisausgabe zünftig gefeiert.