Gardelegen l Förderprogramm des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr zum Bund-Länder-Investitionspakt Sportstätten – so lautet der Titel des noch relativ neuen Programmes, das offensichtlich auch mit viel Geld gefüllt ist. Denn allein für dieses Jahr stehen mit dem zweiten Nachtrag zum Bundeshaushalt 2020 kurzfristig 150 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung, steht auf der Homepage des zuständigen Bundesministeriums.

Das Geld soll auch in den Folgejahren weiter sprudeln. Für 2021 bis 2023 sollen es 110 Millionen Euro sein, 2024 gar 160 Millionen Euro.

Bewerbung um Fördermittel

„Wir haben den Eindruck, die Fördermittel sprudeln zurzeit von allen Seiten. Wir werden uns bewerben, wo wir nur können“, sagte denn auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher in der jüngsten Sitzung des städtischen Hauptausschusses. Und dazu gehöre auch das Sportstättenprogramm. Eine entsprechende Liste sei erstellt worden. Größtes Vorhaben ist die Sanierung des Potzehner Freibades für drei Millionen Euro (Volksstimme berichtete).

Ein weiteres Großprojekt ist der Bau eines Kunstrasenplatzes auf dem Gelände des SSV 80 Gardelegen. Dazu kämen Sanierungspläne für das Vereinsheim des SV Grün-Weiß Potzehne, für die Sporthallen in Lindstedt, Estedt und Jävenitz und für das Vereinsheim des Tennisclubs Grün-Weiß Gardelegen.

„Ein Kunstrasenplatz, das wäre für uns der Idealfall“, betonte Jens Bombach, Sektionsleiter Fußball beim SSV 80 Gardelegen, auf Volksstimme-Anfrage. Und ein solcher Platz hätte gleich in mehrerlei Hinsicht Vorteile.

Bei der Sportanlage Rieselwiese handele es sich um städtisches Eigentum, das der SSV 80 über eine Vereinbarung mit der Stadt betreibe, pflege und erhalte. Der Verein gehört mit knapp 500 Mitgliedern zu den größten Vereinen. Allein 400 Mitglieder zählt die Sektion Fußball. Die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Die Fußballabteilung repräsentiere die Stadt sportlich seit Jahren auf der Landesebene.

Pflegeleicht und länger nutzbar

Auf der Anlage Rieselwiese gibt es drei Fußballplätze. Der vierte soll nun ein Kunstrasenplatz werden, der auf einer Wiese nahe der Mauer zum ehemaligen Asbestzementwerk entstehen soll. Die jetzigen Rasenplätze könnten 800 Stunden pro Jahr genutzt werden. Sie sind witterungsabhängig. Bei Regen, Frost und Schnee seien die Plätze nicht bespielbar.

Ein Kunstrasenplatz könne dagegen 2000 Stunden pro Jahr genutzt werden. Er sei langlebig. Der Pflegeaufwand sei gering. Er müsse nicht bewässert werden. Das spare mit Blick auf die Dürrejahre Wasser. „Wir hatten im Sommer schon Situationen, wo wir nicht sprengen durften“, so Bombach. Denn wenn aufgrund von Wassermangel die mühsam gepflegten Rasenflächen vertrocknen, liege der finanzielle Schaden ganz schnell im fünfstelligen Bereich. Benzin und Diesel für die Rasentrecker seien auch nicht mehr erforderlich.

Ein Kunstrasenplatz sei zwar in der Anschaffung teuer, aber in der Unterhaltung und Pflege wesentlich günstiger. Die Kosten für den Kunstrasenplatz einschließlich einer Umzäunung und Beleuchtung werden auf eine Million Euro geschätzt. Sollte es Zuschüsse aus dem Programm geben, liegt der städtische Eigenanteil bei zehn Prozent.

Um die Anträge schnellstmöglich auf den Weg bringen zu können, kommen der Bau-, Finanz- und Sozialausschuss sowie der Hauptausschuss am Montag, 2. November, zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Beginn ist um 18.30 Uhr im Letzlinger Kulturhaus.

Gleich im Anschluss tagt dann abschließend der Stadtrat mit den zusätzlichen Tagesordnungspunkten Freibadsanierung und Kunstrasenplatz (19 Uhr).