Kalbe l Es sei immer wieder ein besonderes Erlebnis, wenn sich ein Stadtrat neu konstituiert, begrüßte Bürgermeister Karsten Ruth die Mitglieder des im Mai neu gewählten Kalbenser Stadtrates. Ungewohnt für ihn, obliegt die Begrüßung und Führung durch die Sitzung doch eigentlich dem Stadtratsvorsitzenden. Doch dieser Posten war noch nicht vergeben. Und so führte zunächst Helmut Bender als das an Jahren älteste Stadtratsmitglied durch die Sitzung und übernahm die Verpflichtung der Mitglieder. Die Wahl des Stadtratsvorsitzenden konnte aber auch er nicht begleiten, da er selbst kandidierte. Als zweitältestes Stadtratsmitglied übernahm Bernd Pawelski diesen Part.

Für den Posten der Vorsitzenden kandidierten neben Bender auch Ortrun Cyris und Mirko Wolff. Auf Antrag erfolgte eine geheime Wahl. Beim ersten Wahldurchgang musste eine absolute Mehrheit erreicht werden, also mehr als die Hälfte der Stimmen musste sich auf einen Kandidaten vereinen. Das gelang aber nicht. So folgte ein zweiter Wahldurchgang. Bei diesem genügte die einfache Mehrheit.

Ortsvorsteherinnen ernannt

Zur Stadtratsvorsitzenden wurde Ortrun Cyris mit neun Stimmen gewählt. Bender konnte sieben Stimmen und Wolff vier für sich gewinnen. Auch ein erster und ein zweiter Stellvertreter wurden per Wahl ermittelt. Auch diesmal sprachen sich die Stadtratsmitglieder für eine geheime Wahl aus. Bender bot an, auf den Posten des ersten Stellvertreters zugunsten Wolffs zu verzichten und sich direkt für den zweiten aufstellen zu lassen. „So sparen wir uns den geheimen Wahlgang.“ Aber auch Karsten Klingbeil gab an, kandidieren zu wollen. So gab es eine geheime Wahl zwischen ihm und Wolff. Mit zehn Stimmen erreichte Klingbeil schließlich die Mehrheit, Wolff erhielt neun Stimmen. Da Bender nicht mehr kandidierte, wurde Wolff der zweite Stellvertreter des Stadtratsvorsitzenden. Somit ist Bender, der bei der Kommunalwahl insgesamt die meisten Stimmen für sich verbuchen konnte, nicht in der Führungsebene des Stadtrates vertreten.

Ein Novum in der Einheitsgemeinde Kalbe ist, dass es für Winkelstedt und Wernstedt nun Ortsvorsteherinnen gibt. Ein Ortschaftsrat hat sich dort nicht mehr zur Wahl aufgestellt. Nachdem die Stadtratsmitglieder jeweils die Gültigkeit der Wahlen des Stadtrates und der Ortschaftsräte beschlossen hatten, folgten die Beschlüsse zur Ernennung der beiden Ortsvorsteherinnen – Nicole Wernecke für Wernstedt und Ingrid Bösener für Winkelstedt – zu Ehrenbeamtinnen. Den Part der Stellvertreterin in Winkelstedt wird Silke Uhde übernehmen. Für Wernstedt hat sich bislang kein Stellvertreter gefunden. Im Falle der Abwesenheit wird Karsten Ruth die Stellvertretung übernehmen. Jederzeit können aber Interessenten eingesetzt werden, so der Bürgermeister. Davon, jemanden für diesen Posten ohne Freiwilligkeit zu verpflichten, halte er nichts.