Gardelegen l Die Sanierung der B 188 in Kloster Neuendorf und ein Unfall am 7. Dezember 2018 in Hottendorf haben wieder einmal mehr deutlich gemacht, wie hoch die Verkehrsbelastung für die Ortschaften an Bundesstraßen ist. Mit der Sanierung der Bundesstraße in Kloster Neuendorf war eine mehrmonatige komplette Sperrung der Ortsdurchfahrt der B 188 verbunden. Eine lange Umleitung war ausgewiesen worden. Der Verkehr in den Ortschaften wie Lindstedt und Hemstedt war in den Sommermonaten 2018 enorm. Am 7. Dezember legte ein Unfall in Hottendorf für mehr als eine Stunde den morgendlichen Berufsverkehr lahm – kilometerlange Staus in beiden Richtungen.

Immer wieder fordern Kommunalpolitiker den Bau einer Umgehungsstraße für diese Ortschaften, denn mehr als 5400 Fahrzeuge sollen es laut der letzten manuellen Verkehrszählung sein, die innerhalb von 24 Stunden die Orte an der B 188 frequentieren.

Im Rahmen der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes hatte der Gardeleger Stadtrat eine Resolution verabschiedet, wonach für alle Orte an Bundesstraßen Umgehungen gebaut werden sollten. Im Vorfeld der Straßensanierung in Kloster Neuendorf hatte Ortsbürgermeister Andreas Höppner ebenfalls erneut den Bau der Ortsumgehung gefordert und versichert, dass die Kommunalpolitik am Thema „dranbleiben“ werde.

Und das dürfte auch dringend erforderlich sein, denn in Sachen Ortsumgehung für Kloster Neuendorf, Jävenitz und Hottendorf gibt es nicht wirklich viel Neues.

Maßnahme

Das Projekt sei im aktuellen Bedarfsplan für Bundesfernstraßen als „Maßnahme des weiteren Bedarfs mit Planungsrecht“ berücksichtigt worden“, bestätigte auf Anfrage Peter Mennicke, Sprecher des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr. Somit könne die Straßenbauverwaltung Sachsen-Anhalt das Vorhaben planerisch bis zum Baurecht weiter vorbereiten. Der Bund prüfe dann zum Zeitpunkt der Baureife die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel. Die Planung werde also im „Rahmen der personellen Möglichkeiten unserer Straßenbauverwaltung weiter betrieben“, so Mennicke. Zunächst müsse in „Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens zur Baurechtschaffung unter anderem verkehrliche und naturschutzfachliche Grundlagendaten sowie die daraus reusultierenden Fachgutachten aktualisiert und die Planunterlagen entsprechend überarbeitet werden“. Diese Arbeiten würden gerade laufen und noch etwa ein Jahr – bis Ende 2019 – in Anspruch nehmen. Ziel sei es, die Unterlagen Mitte 2020 beim Bund einzureichen. „Für das eigentliche Baurechtsverfahren ist nach seinem Beginn ein Zeitraum von etwa zwei bis drei Jahren zu veranschlagen“, erläuterte Mennicke.

Damit wird die Ortsumgehung weiter ein politischer Dauerbrenner sein, denn das Ganze hat sich im Laufe der Jahre zu einer unendlichen Geschichte entwickelt, deren Beginn bis ins Jahr 2004 zurückreicht. 2006 hatten dann die Vorplanungen begonnen. Im Jahr 2007 hieß es, der Bau beginnt 2010. 2008 wurde der Baubeginn auf 2012 verschoben. Die Fertigstellung sollte 2014 gefeiert werden. Gefeiert wurde mit Sicherheit alles mögliche im Jahr 2014, aber nicht die Fertigstellung der Ortsumgehung. Im Rahmen der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplanes kam im Sommer 2016 der nächste Rückschlag. Die Ortsumgehung war im Entwurf des Planes aus dem vordringlichen Bedarf in den nachrangigen weiteren Bedarf gerutscht.

Im Dezember des gleichen Jahres ein Stück Entwarnung: Im beschlossenen Bundesverkehrswegeplan wurde die Umgehung „in den weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft. Im Dossier dazu hieß es seitens des Bundes, dass für die weiteren Planungsarbeiten noch 96 Monate erforderlich sind. Die Bauzeit soll 24 Monate betragen.

Im Laufe der Jahre sind auch die geschätzten Baukosten stetig gestiegen – von einst knapp 11 Millionen Euro auf 16,5 Millionen Euro. Im Dossier zur Ortsumgehung B 188 n im Bundesverkehrswegeplan sind die Baukosten mit 20,4 Millionen Euro veranschlagt.