Gardelegen l Anne-Sophie Schoof ist eine der aktuellen Stipendiatinnen des Altmark-Klinikums. Die Idee: Das Klinikum finanziert das Studium der angehenden Medizinerin. Im Gegenzug verpflichtet sich die junge Frau, nach ihrem Abschluss für mindestens drei Jahre im Gardeleger Krankenhaus zu arbeiten. Inzwischen hat die 22-Jährige ihr erstes Semester an der Medizinischen Hochschule Brandenburg abgeschlossen.

Viel Praxis

Besonders gut gefiel der Studentin bisher der hohe Praxisanteil des Modulstudiengangs in Brandenburg. Bewegung und Herzkreislauf standen auf der Agenda, und vor allem die Stunden im Rehazentrum Bernau haben ihr viele Einblicke gewährt. „Das Thema ist spannend, aber auch komplex“, sagt die Studentin, die hier schon ihr Lieblingsfach gefunden hat.

Ganz einfach war es übrigens nicht, das Stipendium zu erringen, erinnert sie sich. Auf dem Auswahltag im Klinikum galt es, verschiedene Fallbeispiele zu analysieren, beispielsweise die Krankheit eines älteren Herrn aus dem Altenheim, der bestimmte Symptome aufwies. In anderen Tests wurde ihre soziale Kompetenz überprüft. „Sie haben mich gefragt, wie ich das noch vertreten kann, Arzt zu werden – in einer Welt, wo die Meinung des Arztes gar nicht mehr so viel zählt und alles von wirtschaftlichen Zwängen diktiert wird“, erzählt sie. Eine Frage, an der sie sehr zu knabbern hatte. „Ich habe dann gesagt, dass am wichtigsten die Beziehung zum Patienten ist und dass es darauf ankommt, zusammen Wege zu finden und sich auf einen Mittelweg zu einigen“, erzählt sie. Das kam offensichtlich an.

Überhaupt, der Kontakt zu den Patienten. Der liegt ihr am Herzen. Begeistert ist sie davon, dass man im Studium lernt, wie man mit Patienten spricht. Anne-Sophie Schoof hat bereits drei Semester eines Regelstudiums in Budapest absolviert, doch dort spielte das Miteinander mit den Patienten nicht so eine große Rolle.

Bei ihrer Entscheidung begleitet hat sie übrigens ihr Vater, Dr. Michael Schoof, Ärztlicher Direktor am Gardeleger Altmark-Klinikum, der ihr ehrlich die Licht- und Schattenseiten des Medizinerberufes geschildert habe.

Schon mit 14 Jahren sammelte sie zudem erste eigene Erfahrungen in einem Schulpraktikum an der Klinik. Ein weiteres folgte im Pflegeheim. Dort erfuhr sie auch schon, dass der Umgang mit Patienten nicht nur spannend, sondern auch traurig sein kann, denn der Großvaters eines Freundes verstarb während ihres Praktikums im Heim. Keine schöne Erfahrung. Aber vom Medizinstudium abhalten konnte sie das aber nicht.

Anne-Sophie Schoof wird, wenn alles planmäßig funktioniert, ab 2023 für mindestens drei Jahre ihren Dienst im Altmark-Klinikum antreten. Mit welcher Fachrichtung? Zu Spezialisierungen gibt es keine Vorschriften, sagt die 22-Jährige. Bisher hat sie ihr Herz für die Kardiologie entdeckt. Und auch Psychologie gefällt ihr.

Aber will sie als junger Mensch nicht lieber in die weite Welt hinaus? Die junge Frau schüttelt den Kopf. Australien und Ungarn habe sie ja schon während des Studiums kennen gelernt, sagt sie. Praktisch: Ungarische Patienten könnte sie am Gardeleger Klinikum sogar fließend in deren Muttersprache begrüßen.