Vor-Ort-Besichtigung am Miester Bahnhof

Treppenstufen könnten Rufbus wiederbringen

Von Ilka Marten

Seit einer Woche gibt es in Mieste keine Rufbuslinien mehr. Nun gab es eine Besichtigung am Bahnhof, bei der festgestellt wurde, dass mobilitätseingeschränkte Kunden den Bahnsteig nicht erreichen können.

Mieste l Für Ortsbürgermeister Kai-Michael Neubüser steht fest: "Wichtig ist, dass für die Bürger wieder die Möglichkeit geschaffen wird, die Stadt zu erreichen." Das betonte er bei der Ortschaftsratssitzung am Donnerstag, bei der es um die Streichung der Rufbuslinien von Mieste nach Gardelegen ging (wir berichteten). Er sei froher Hoffnung, dass sich eine Lösung finden werde, so der Ortsbürgermeister.

Am Donnerstag hatte es einen Besichtigungstermin am Miester Bahnhof gegeben, wo sich Vertreter des städtischen Bauamtes, der PVGS und des IGZ Altmarkkreis Salzwedel getroffen hatten. Bauamtsmitarbeiter Daniel Langer sagte gestern auf Anfrage, dass die Angelegenheit nun beim Landkreis liege. Er gehe davon aus, dass auf "schnellstmöglichem Wege versucht wird, etwas einzurichten". Jörg Schwarzenstein, beim IGZ Altmarkkreis Salzwedel für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig, erläuterte dazu, dass am Donnerstag "festgestellt wurde, dass es für mobilitätsein-geschränkte Personen nicht möglich ist, die Bahnsteige zu erreichen". Deswegen bestehe Handlungsbedarf.

Nur über Treppen sind die zwei Gleise in Richtung Stendal und Braunschweig zu erreichen. Das war von den Senioren der entscheidende Kritikpunkt, als es hieß, dass die Miester mit der Bahn nach Gardelegen fahren können und es deswegen kein Rufbusangebot geben müsse. Schwarzenstein kündigte an, dass er Kontakt mit der NASA aufnehmen werde. "Dann muss die Bahn reagieren. Eine Variante wäre, baulich etwas zu verändern, aber auch dann müsste es eine Übergangslösung geben. Dies könnte die Rufbus-Anbindung sein," erläuterte Schwarzenstein. Ändert die Bahn nichts an den Treppen zum Bahnsteig, könnte der Rufbus wieder zu einer Dauerlösung werden, so wie es bis vergangene Woche der Fall war. Da müsse allerdings die Entscheidung der NASA abgewartet werden, betonte Schwarzenstein. Grundsätzlich sei es so, dass der Parallelverkehr auf ein Minimum zu reduzieren sei.

Bis vor einer Woche konnte der Rufbus alle zwei Stunden an die Haltestellen in der Ortsmitte, am Bahnhof und an der Schule bestellt werden. Darauf hoffen die Miester nun wieder. "Man kommt mit dem Rollator einfach die Treppen nicht hoch und wieder runter", schilderte Ortschaftsratsmitglied Gerda Klopp.