Kalbe l Zunächst waren die Besucherreihen doch recht überschaubar beim Kalbenser Turmblasen am Nachmittag des Heiligen Abends. Doch nach und nach füllte sich das Areal an der alten Burganlage der Mildestadt. Die Kalbenser und ihre Gäste ließen sich also trotz des ungemütlichen Wetters mit Regen nicht abhalten, weihnachtliche Traditionen zu pflegen. Und eine solche ist zweifellos mittlerweile auch das Turmblasen am Heiligen Abend. Ein beliebter Treffpunkt, um Freunde und Bekannte zu treffen, die ihren Lebensmittelpunkt schon lange nicht mehr in der kleinen Stadt haben, sondern mittlerweile in vielen Teilen Deutschlands zu Hause sind. Doch für viele von ihnen ist es geradezu eine Pflicht, die Weihnachtsfeiertage in der alten Heimat bei ihren Familien, zumeist Eltern und Großeltern, zu verbringen. Und dann gehört auch der Besuch des Kalbenser Turmblasens dazu.

Der Weihnachtsmann fuhr mit einer MZ vor

Dieses Mal, wie gesagt, im Regen. Die Packebuscher Posaunenbläser hatten sich aus wettertechnischen Gründen auch nicht auf den Turm begeben, um zu blasen, sondern musizierten geschützt im Palas der alten Burganlage. So waren sie quasi mittendrin im Geschehen und auch gut zu verstehen. Gleich daneben und am Eingang der Burganlage waren zwei Stände aufgebaut. Dort gab es Glühwein mit und ohne Schuss und alkoholfreie Heißgetränke. „Denn wir müssen ja auch an unsere motorisierten Besucher und Kinder denken“, wie Marianne Meineke betonte, die gemeinsam in privater Regie mit acht Helfern das Turmblasen alljährlich organisiert – und das in diesem Jahr zum 15. Mal. Alles sei übrigens Bio, so Meineke, die früher Inhaberin eines Bioladens war.

Die Bio-Heißgetränke probierten auch Gudrun und Lothar Käber aus Kleinau. Sie kommen hin und wieder zum Kalbenser Turmblasen, wie sie erzählten. Es sei immer wieder schön, den Packebuscher Posaunenbläsern zu lauschen. Sehr zur Freude der Besucher machte auch in diesem Jahr der Weihnachtsmann (Dirk Schmidt) mit seinem Gehilfen (Sohn Alex) Station auf dem Burggelände. Allerdings nicht antiquiert mit Rentier und Kutsche, sondern etwas moderner mit einer schmucken MZ. Kurze Begrüßung und ein Winken zum Abschied, dann ging’s wieder los, denn der Weihnachtsmann hatte am Heiligen Abend ja schließlich noch ganz viel zu tun.

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