Landtagswahl bei Nachwuchswählern

U18-Wahl in Gardelegen: Junge Leute wählen Tierschutz

Junge Leute wählen Tierschutzparteien. Das ist ein Ergebnis der U18-Wahl Ende Mai zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dieser Trend zeigte sich mit Platz zwei auch bei der U18-Wahl in Gardelegen. Mit 33,33 Prozent votierten die meisten Nachwuchswähler für die CDU und folgten damit den Ü18-Wählern im Land.

Von Cornelia Ahlfeld
Landtagswahl 2021. Für die 38 Wahlbezirke hat Theresa Holz, Auszubildende in der Stadtverwaltung Gardelegen im ersten Lehrjahr, die Koffer mit den Wahlunterlagen gepackt.  Im Vorfeld fand zur Landtagswahl eine U18-Wahl statt.
Landtagswahl 2021. Für die 38 Wahlbezirke hat Theresa Holz, Auszubildende in der Stadtverwaltung Gardelegen im ersten Lehrjahr, die Koffer mit den Wahlunterlagen gepackt. Im Vorfeld fand zur Landtagswahl eine U18-Wahl statt. Foto: Cornelia Ahlfeld

Gardelegen - dede

Ginge es nach den Jugendlichen und Kindern unter 18 Jahren im Bereich der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen, würden im neuen Landtag die CDU, AfD, die SPD und die Linke sitzen. Und dazu vermutlich noch Tierschutzparteien. Denn bei der U18-Wahl gab es erstaunlich viele Stimmen für Parteien, die es einzeln nicht geschafft haben, über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen und die als Sonstige bei den Stimmauszählungen ausgewiesen wurden – sowohl landesweit als auch im Bereich Gardelegen. „Bei uns waren es vor allem die Tierschutzparteien“, informierte Monique Grothe von der Netzwerkstelle Schulerfolg, einer der Partner, die die U18-Wahl im Bereich Gardelegen organisiert hatten. Mittlerweile liege landesweit die Auswertung vor, auch für den Bereich Gardelegen. 42 Kinder und Jugendliche hatten sich daran beteiligt. Ein Teil von ihnen sei mit ihren Eltern gekommen. Mehrere Wahllokale standen zur Verfügung. Im Jugendclub Mood am Tannenweg waren es 10 Wähler, in der Stadtverwaltung 7 und im Jugendraum Mieste 23.

Vor der Landtagswahl fand eine U18-Wahl statt. Daran beteiligte sich auch Mai Do (17), Schülerin des Gardelegener Gymnasiums.
Vor der Landtagswahl fand eine U18-Wahl statt. Daran beteiligte sich auch Mai Do (17), Schülerin des Gardelegener Gymnasiums.
Foto: Monique Grothe

42 Teilnehmer insgesamt

„Damit hatten wir in Mieste im Rahmen der Eröffnung des neuen Jugendraumes den größten Zuspruch“, fasste Grothe zusammen. Daran habe auch Marie Sprössel, Schulsozialarbeiterin in der Miester Sekundarschule, großen Anteil. Sie habe Schüler mobilisieren können, sich an dieser Wahl zu beteiligen. Das mobile Wahlangebot in den größeren Orten wie Letzlingen und Jävenitz sei dagegen kaum wahrgenommen worden. Lediglich zwei Nachwuchswähler gaben dort ihre Stimmen ab.

Die CDU führt auch bei den Jungwählern mit 33,33 Prozent. Ein Zeichen, dass in vielen Familien über Politik gesprochen wird und sich die Kinder und Jugendlichen durchaus am Wählerverhalten der Eltern oder Großeltern orientieren. Und in der Altmark wird eben immer noch Schwarz gewählt. Bei der „richtigen“ Landtagswahl erhielt die CDU 36,8 Prozent der Stimmen. Auffällig: Bei der U18-Wahl insgesamt in Sachsen-Anhalt kam die CDU nur auf 15,96 Prozent (siehe Info-Kasten). Abrutsch auch für die AfD mit landesweit 12,46 Prozent. Im Bereich Gardelegen wollten dagegen 19,04 Prozent die AfD im Landtag haben. Die FDP hatte bei den jungen Leuten im Bereich Gardelegen keinen Stand. Landesweit erhielt die Partei von den Nachwuchswählern gar 9,44 Prozent. Letztlich zog die Partei mit 6,4 Prozent nach vielen Jahren wieder in den Landtag ein.

Nachwuchswähler auch im September gefragt

Es habe viele Fragen bei der U18-Wahl gegeben. Die Wahlprogramme seien eifrig studiert worden. Das Interesse an Politik sei durchaus da, betonte Grothe. Allerdings wäre die Teilnahme mit Sicherheit noch wesentlich besser gewesen, wenn man hätte die Schulen mit einbinden können. Das sei jedoch coronabedingt nicht möglich gewesen. Sie hoffe aber, dass das zu den Bundestagswahlen am 26. September wieder der Fall sein wird. Denn auch dann gibt es wieder eine U18-Wahl. Grothe könnte sich das auch für die Kommunalwahlen vorstellen. Daran können alle Wahlberechtigten ab 16 Jahren teilnehmen. Das wäre dann sozusagen eine U16-Wahl und könnte lokal vor Ort ganz spannend werden. Denn im nächsten Jahr stehen Wahlen für Landräte und Bürgermeister an. Und 2023 werden die Kreis- und Stadtparlamente sowie die Ortschaftsräte gewählt.