Gardelegen l Aufgeregt stehen die Gardelegener Benedkit Preuß (19), Nico Seidenberg (19) sowie Wilhelm Schulze (18) am Mittwochnachmittag auf dem Skatepark-Areal am Rand des Gardelegener Bürgerparks. Als die drei von Bürgermeisterin Mandy Schumacher einen Bilderrahmen erhalten, in dem sowohl Fotos der Arbeiten am Park als auch die erste Planung der drei Gardelegener aufgeklebt sind, merkt man den Skatern an, wie stolz und gerührt sie sind. Sie haben es geschafft.

Es war 2017 als der Gardelegener Stadtrat in einer Umfrage bei Kindern und Jugendlichen aufzeigen wollte, was diese sich für ihre Stadt wünschen. Benedikt Preuß, Wilhelm Schulze sowie Nico Seidenberg machten sich sofort Gedanken darüber und fanden einhellig, dass eine Skateanlage perfekt in das Bürgerpark-Konzept der Hansestadt Gardelegen passen würde.

Anlagen-Planer skatet

Mit ersten Ideen, einem ungefähren Kostenplan und der bereits erwähnten Zeichnung ging es für die drei dann in verschiedene Gardelegener Ausschüsse, um die dortigen Mitglieder zu überzeugen. Und sie stießen sie bei den Ratsmitgliedern der Hansestadt auf Gehör. Im Dezember 2019 folgte der Stadtratsbeschluss zum Bau der 265 000 Euro teuren Anlage, der im zurückliegenden Sommer umgesetzt wurde.

Bilder

Für das Großprojekt flossen unter anderem Mittel aus dem Förderprogramm Stadt-Umbau-Ost mit einem Zuschuss von rund 47 000 Euro, dazu kamen 100 000 Euro von der Stiftung Energiequelle für die Windräder rings um Gardelegen, außerdem eine Lotto-Toto-Spende in Höhe von 75 000 Euro. Die Stadt zahlt einen Eigenanteil von rund 43 000 Euro.

Geplant wurde das Vorhaben vom Planungsbüro „ding.fest“ aus Dessau/Roßlau, für das unter anderem Raik Schamberg arbeitet. Er selbst ist Skater und hat deutschlandweit schon zahlreiche Skateanlagen für Städte geplant.

Und die haben oft eine wichtige Eigenschaft: Die Skateparks können nämlich für Wettkämpfe genutzt werden. „Laut meiner Information können hier Wettkämpfe bis auf Bundesebene veranstaltet werden“, betonte Mandy Schumacher in ihrer Ansprache während der Eröffnung. Vorraussetzung seien dafür verschiedene Module, die auf dem Areal verbaut worden sind.

Der Skatepark ist mit verschiedenen Elementen aus dem Streetbereich ausgestattet. Dazu gehören unter anderem ein Curb, Manualpad (Blöcke mit Kanten) und ein Flatrail (Skaterampe). Skaten, Inliner fahren oder BMX-Radeln sind dort jetzt möglich. Nur leider nicht an regenerischen Tagen, da die Verletzungsgefahr zu groß wäre, wie Mandy Schumacher am gestrigen Eröffnungstag bedauerte.

Landrat lobt Engagement

Trotzdem machten es sich die Gäste auf dem Grundstück gemütlich. Kinder konnten unter anderem an einem Stand des Jugendclubs Mood Buttons herstellen. An einem weiteren Stand wurden Dekoartikel verkauft, die in der Kreativwerkstatt der Einrichtung entstanden sind. Darüber hinaus war auch für die richtige Skatemusik gesorgt. Begeistert vom Engagement der Jugendlichen, die die Skateparkidee ins Rollen brachten, zeigte sich am Mittwoch auch Landrat Michael Ziche: „In einer Zeit wie der jetzigen, in der das Thema Corona allgegenwärtig ist, gibt eine Eröffnung wie diese Hoffnung und Zuversicht, das wir irgendwann zur Normalität zurückkehren können.“