Kalbe/Kakerbeck l Das Kriegsgräberfeld auf dem Kalbenser Friedhof, auf dem insgesamt 13 Menschen beerdigt sind, ist am Mittwoch um ein Grab erweitert worden. Im Auftrag der Stadt wurden von einer Spezialfirma innerhalb weniger Stunden die sterblichen Überreste von Willi Weidle umgebettet.

Der Wehrmachtsunteroffizier soll der Überlieferung nach am 11. April 1945 bei Kakerbeck als Vorposten den Vormarsch der Amerikaner beobachtet haben, dann aber entdeckt und erschossen worden sein. Anschließend wurde er in einem Waldgebiet in Nähe der heutigen Bundesstraße 71 bestattet.

Junger Mann pflegte bisher das Grab

In den vergangenen zehn Jahren hat sich ein junger Kakerbecker um das Grab gekümmert. So gut wie jede Woche war der inzwischen 20-jährige Nick Fankhänel vor Ort, um zu harken, zu gießen und bei Bedarf auch neu zu pflanzen. An einem dieser Tage, vor noch gar nicht langer Zeit, lernte er dann zufällig auch einen nahen Angehörigen von Willi Weidle kennen. Der Hamburger erschien nämlich ausgerechnet in einem Moment am Grab, als Nick Fankhänel dort wieder Pflegearbeiten verrichtete.

Für den jungen Mann, der sich schon von Kindesbeinen an für Geschichte interessiert habe und der inzwischen eine Karriere bei der Bundeswehr als Militärhistoriker anstrebe, sei die Umbettung der sterblichen Überreste von Willi Weidle nach Angaben seines Vaters Heiko Fankhänel eine Zäsur gewesen. Sein Sohn wolle aber auch künftig, soweit es seine Dienstzeit zulasse, das Grab besuchen, auch wenn es sich nun nicht mehr in der Nähe seines Heimatortes Kakerbeck, sondern in Kalbe befinde.

Das Kriegsgräberfeld auf dem dortigen Friedhof soll demnächst mithilfe von Fördermitteln neu und vor allem pflegeleichter gestaltet werden. Dazu bedarf es aber noch einmal eines modifizierten Kostenangebotes, das dann beim Landesverwaltungsamt eingereicht werden muss. Laut Bürgermeister Karsten Ruth soll dies zeitnah passieren.

Ursprünglich war geplant, alle Kriegsgräber einzuebnen und die Namen der Toten auf einer Stele zu verewigen. Das hatte die Denkmalschutzbehörde aber abgelehnt. Nun soll das Gräberfeld eingefasst und mit neuen Holzkreuzen versehen werden. Diese warten bereits im Theatersaal des Kulturhauses auf ihre Installation.