Pflanzaktion

Unerlaubte Pflanzaktion: Walnussbäumchen bei Trüstedt abgemäht

Die meisten der 130 unerlaubt gepflanzten Walnussbäumchen entlang der Kreisstraße bei Trüstedt sind bei einer Aktion der Kreisstraßenmeisterei abgemäht worden.

Von Cornelia Ahlfeld
Udo Behrens aus Trüstedt hat entlang der Kreisstraße zwischen Jävenitz und Trüstedt, im Bereich der Trüstedter Hochebene, 130 Walnussbäumchen gepflanzt. Nach Mäharbeiten durch die Kreisstraßenmeisterei sind sie ein Stück kürzer geworden.
Udo Behrens aus Trüstedt hat entlang der Kreisstraße zwischen Jävenitz und Trüstedt, im Bereich der Trüstedter Hochebene, 130 Walnussbäumchen gepflanzt. Nach Mäharbeiten durch die Kreisstraßenmeisterei sind sie ein Stück kürzer geworden. Foto: Doreen Schulze

Trüstedt - „So eine Sauerei!“ „Was für eine Schweinerei!“ „Das kann man doch nicht bringen!“ „Wen stören denn die Walnussbäume am Straßenrand?“ „Unmöglich, so was.“ : Eine große Resonanz habe er erfahren, sagte Udo Behrens aus Trüstedt im Volksstimme-Gespräch. Viele Leute hätten ihn angerufen oder angesprochen, nachdem die Geschichte mit den Walnussbäumchen an der Kreisstraße im Bereich der sogenannten Trüstedter Hochebene in der Volksstimme zu lesen war. „Mir ist es mittlerweile schon fast egal“, zeigte sich Behrens etwas resigniert. Denn der Kreis habe seine Ankündigung wahrgemacht. Die Bäumchen seien zum großen Teil abgemäht worden. Allerdings in einer Höhe von etwa 20 Zentimetern. „Die treiben wieder aus, allerdings werden die nun zu Walnussbüschen, wenn man sie nicht beschneidet“, so Behrens.

Und dabei wäre das gar nicht nötig gewesen. Denn die Bäumchen seien dicht am Rand in Richtung Acker gepflanzt worden. Der restliche Bankettstreifen sei noch breit genug zum Mähen, um freie Sicht zu schaffen.

Behrens besteht auf Ersatzpflanzung

Aber so ganz will Behrens seine Nussbäumchen dann offenbar doch nicht aufgeben. Denn unter den vielen Anrufern sei auch eine Frau aus Osterburg gewesen. „Und die hat angeboten, im Herbst mit einem ganzen Helfertrupp nach Trüstedt zu kommen und die Bäumchen mit mir zusammen umzusetzen“, erzählte Behrens. Es sei nun am Kreis, eine Fläche dafür zur Verfügung zu stellen, denn schließlich handele es sich um eine Ersatzpflanzung für die abgeholzten Obstbäume, die dort einst rechts und links der Kreisstraße standen.

Zur Vorgeschichte: Diese Obstbäume hatte einst vor vielen Jahren der Großvater und Vater von Udo Behrens gepflanzt. Die seien nach der Wende von der Kreisstraßenmeisterei einfach abgeholzt worden. Nur wenige Bäume würden noch stehen. Und das hatte Behrens immer wieder geärgert. Denn eine Nachpflanzung fand nicht statt. Und dabei sei das gerade dort, an der Trüstedter Hochebene, wichtig, um – mit Blick auf den Klimawandel – bei den zunehmenden Stürmen eine Bodenerosion zu verhindern, so dass nicht der „ganze Acker unterwegs“ ist. Udo Behrens ergriff nun selbst die Initiative und zog aus Walnüssen die 130 Bäumchen. Die ersten Exemplare pflanzte er bereits im vorigen Jahr ein. In diesem Frühjahr folgten die restlichen Bäume.

Eigentümer in der Pflicht

Um zu verhindern, dass sie abgemäht werden, weil sie im Gras nicht erkennbar sind, markierte der Trüstedter die Bäume mit roter Signalfarbe. Das brachte die Kreisstraßenmeisterei auf den Plan. Ohne Genehmigung dürfe auf Kreisflächen nicht einfach irgendwas gepflanzt werden. Denn der Eigentümer habe die Verkehrssicherheitspflicht inne und habe dafür zu sorgen, dass von seinen Bäumen keine Gefahr ausgehe. Außerdem würden grundsätzlich keine Walnussbäume mehr an Straßen gepflanzt. Die könnten bis zu 30 Meter hoch und bis zu 200 Jahre alt werden. Und es sei damit zu rechnen, dass es „verkehrssicherheitstechnisch später zu nicht unerheblichen Beeinträchtigungen für die Sicherheit des Straßenverkehrs“ komme. Außerdem würden herabfallende Nüsse auch das Wild anziehen. Der Kreis hatte Behrens eine Frist gesetzt, bis zum 20. Juni die Bäumchen umzupflanzen (Volksstimme berichtete).

Darauf hat Kreissprecherin Birgit Eurich erneut hingewiesen. Eine Kreisfläche könne nicht zur Verfügung gestellt werden. „Die angrenzende Ackerfläche an der K 1096 befindet sich im Eigentum des Herrn Behrens, die dafür genutzt werden könnte. Das war unser Vorschlag“, erinnerte Eurich auf Volksstimme-Anfrage.

Frist zum Umsetzen verstreichen lassen

Die Frist zum Umpflanzen habe Behrens verstreichen lassen. Inzwischen habe der Straßenseitenbereich zur Gewährleistung der Verkehrssicherung durch die Kreisstraßenmeisterei gemäht werden müssen.

Ob der Einsatz zur Rettung der Bäumchen gemeinsam mit den Osterburger Helfern noch startet, bleibt vorerst offen. Denn nach jetzigem Stand würden die Osterburger die Bäumchen in diesem Fall mitnehmen wollen, wenn der Kreis nichts zur Verfügung stellt. „Ich hätte die natürlich aber gern hier in der Nähe behalten“, so Behrens.

So sahen die Bäumchen vorher aus.
So sahen die Bäumchen vorher aus.
Archivfoto: Cornelia Ahlfeld