Öl läuft aus, was tun?

Wer auf der Straße Öl verliert, hat dies unverzüglich zu melden, bei seinem Auto zu bleiben und die Kosten dafür zu tragen. Beim Bemerken von austretendem Öl sollte zunächst die Risikostelle mit einem Warndreieck abgesichert und die Polizei oder Feuerwehr informiert werden.

Ölspuren auf Bundesstraßen außerhalb von Ortschaften übernimmt die Ölwehr, in den meisten anderen Fällen ist die Feuerwehr zuständig. Das Öl wird mit einem speziellen Bindemittel oder einer aufwendigen und teuren Nassreinigung beseitigt.

(Quelle: Bußgeldkatalog)

Mieste/Sachau l Dass Autos und Motorräder auf dem Weg vor Sachau nichts zu suchen haben, macht eigentlich schon ein Schild direkt an der Einfahrt klar. Doch gelegentlich ignoriert ein Autofahrer die Anweisung, erleidet die Konsequenzen dann aber mehrere hundert Meter weiter am eigenen Fahrzeug. Dort stellt ein Poller sicher, dass nur landwirtschaftliche Fahrzeuge dran vorbeikommen. Für andere steht er jedoch hoch genug, ihnen den Unterboden aufzureißen.

Zutritt nur für Landwirtschaft

Dafür kann es verschiedene Ursachen geben: Der etwa 20 Zentimeter große Poller steht hinter einer Kurve, auf einer Betonfläche, die von höherem Gras direkt davor zum Teil verdeckt wird, also mit etwas Unachtsamkeit leicht übersehen werden kann. Auch einfache Selbstüberschätzung der Autofahrer ist möglich. Die Folgen sind in jedem Fall dieselben: Autos bleiben so hängen, dass wichtige Bauteile wie etwa die Ölwanne Schaden nehmen.

Dieser und andere Poller wurden 2013 in verschiedenen Gebieten des Drömlings aufgestellt. Zweck war, Leute davon abzuhalten, das Naturschutzgebiet als Abkürzung zu missbrauchen und nur landwirtschaftliche Fahrzeuge durchzulassen. Denn diese sind hoch genug, dass die kleinen Pfeiler keine Gefahr für sie werden.

Mehrere Autos pro Jahr wurden Opfer

In der Zeit haben sich die Hindernisse aber offenbar nicht unter allen rumgesprochen, die ein paar Kilometer Extrastrecke meiden wollen.

Erst vor ein paar Monaten hatte wieder jemand seine Auto-Unterseite mit dem Minipfeiler bekannt gemacht und Öl verloren, weshalb das Thema beim jüngsten Miester Ortschaftsrat zur Sprache kam. Ortsbürgermeister Andy Neubauer merkte dazu an, dass es sich um keinen Einzelfall handele – etwas ähnliches sei schon mehrmals pro Jahr passiert.

Verkehrsunfälle aus dem Gebiet wurden der Polizei nicht angezeigt, gibt Sachbearbeiterin Franziska Hotopp an, was aber nicht bedeute, dass es keine gäbe. Sven Rasch, Stadtwehrleiter der Einsatzkräfte, weiß immerhin von drei Fällen. So wollte im Juli 2017 eine Bekannte von ihm eine Baustelle umfahren und blieb an dem Pfeiler hängne. Ein anderes Mal befand sich die Polizei auf einer Verfolgungsjagd durch das Gebiet, die durch den Poller unterbrochen wurde. Auch eine einzelne Ölspur wurde dort registriert, ein Verursacher aber nicht gefunden.

Gehen die Fälle auch nur sporadisch bei offiziellen Stellen ein, kommt so etwas wohl doch oft genug vor, dass der Ortschaftsrat Mieste neue Sicherungen plant – etwa mit einem zusätzlichen Hinweisschild. Zunächst soll die Lage bei einem Vor-Ort-Termin beurteilt werden, bevor der Rat mit konkreten Vorschlägen an die Stadt Gardelegen herantritt.

Denn auch wenn die unachtsamen Autofahrer vor allem sich selbst und ihren Fahrzeugen schaden, ist das austretende Öl auch eine Gefahr für das Naturschutzgebiet. Sie darauf hinzuweisen, dass sie das eigene Fahrzeug gefährden, könnte doch noch einige zum Umkehren bewegen. Im Austausch gegen einen unversehrten Pkw ein paar Extra-Kilometer in Kauf zu nehmen, klingt jedenfalls nach einem mehr als fairen Tausch.