Gardelegen (ew) l Die Empörung war Gudrun Gerecke noch anzusehen, als sie in die Volksstimme-Redaktion kommt und das Bild präsentiert. Es zeigt eine Blumenschale, aus der alle Pflanzen herausgerissen wurden. Erde liegt verstreut umher. Wer tut so etwas, fragt sie. Bis zur Entdeckung gestern Morgen durch eine Nachbarin von Gerecke schmückte die Blumenschale noch den Gedenkstein mit dem roten Dreieck und dem Schriftzug 13.4.1945, der an der Bismarker Straße gegenüber dem Friedhof an die qualvollen Wege der KZ-Häftlinge im April 1945 von den Bahnhöfen Mieste und Letzlingen zur Isenschnibber Feldscheune erinnert.

 Insgesamt gibt es 64 dieser Steine, für die die verschiedensten Institutionen, Parteien, Vereine und Privatpersonen eine Patenschaft übernommen haben, so auch die Linken. Und von ihnen hat sich Gudrun Gerecke der Aufgabe angenommen, dort für Ordnung zu sorgen. Und es ist nicht zum ersten Mal passiert. Wie sie erzählt, stand sie vor 14 Tagen schon einmal vor einer halb leeren Schale. „Das ist ungezogen und respektlos den Menschen gegenüber, denen soviel Leid zugefügt wurde.“