Jerchel l Nach zwei extremen Dürrejahren führt er nun endlich wieder gut Wasser, der Brückengraben bei Jerchel. Etwas außerhalb der Ortschaft befindet sich eine Stauanlage im Brückengraben, richtig massiv aus Beton und Holz. Allerdings ist sie nicht mehr intakt. Sie wurde beschädigt. Und das mit viel Gewalt. Der Beton wurde vermutlich mit einem Presslufthammer bearbeitet. Das Holz wurde weggerissen. „Da hat sich einer offenbar viel Mühe gegeben“, meinte Friedrich-Wilhelm Giggel, Chef der Landwirts GbR. Er betreut in Absprache mit den jeweils zuständigen Unterhaltungsverbänden die Stauanlagen in der Gemarkung. Als Landwirt fühle er sich dafür einfach auch zuständig. „Denn wir haben ja auch einen Nutzen davon. Übrigens nicht nur wir, sondern auch alle Jercheler“, betonte Giggel. Nur einer offenbar nicht, der jetzt Hand angelegt hat.

Stabilisierung des Grundwasserbestandes

Der Brückengraben sei in den 1970er Jahren ausgebaut worden. Damals sei auch die Stauanlage entstanden. Der ganze Bereich sei zudem ein Biotop. Denn in den Graben würden auch Drainagen von den Ackerflächen führen. Das sei schon in den 1930er Jahren angelegt worden. Der Brückengraben und die richtige Wasserregulierung hätten auf den Wasserhaushalt eine enorme Auswirkung, nämlich für große Teile der Gemarkung Jerchel und für einige Hundert Hektar Wald. „Der Brückengraben hat Auswirkungen bis hin nach Ipse und Ziepel“, erläuterte Giggel. Das würden auch entsprechende Wasserkarten belegen. Das zurückgehaltene Wasser drücke über die Erde bis weit auf Ackerflächen und in den Wald hinein. Gerade nach den beiden Dürrejahren sei es wichtig, den Wasserstand im Brückengraben fachgerecht zu regulieren und Niederschlagswasser zurückzuhalten. Mit der Beschädigung würde nun Wasser sinnlos wegfließen, statt für eine Stabilisierung des Grundwasserbestandes zu sorgen. Natürlich werden bei zu viel Niederschlägen die Stauanlagen auch mal geöffnet. Das sei aber lange nicht der Fall gewesen.

Hoffen auf Vernunft und Einsicht

Sicherlich soll die Stauanlage auch wieder repariert werden. „Mich ärgert das aber schon, denn das ist nicht das erste Mal“, so Giggel. Dieses Mal allerdings habe er bei der Polizei Anzeige erstattet. Und er hofft auf die Vernunft und Einsicht des Unbekannten, künftig die Hände von diesen Stauanlagen zu lassen. Denn ein Spaß sei das jedenfalls nicht. Der kleine Brückengraben hat aber auch noch eine ganz andere, weitreichende Bedeutung. Er speist nämlich die große Nordsee. Von Jerchel fließt der Brückengraben bis hinter Potzehne in die Wanne, von dort in die Ohre, weiter in die Elbe und von dort dann in die Nordsee.