Gardelegen l Auf ein Problem bei der Hühnerhaltung, vor allem für private Halter, die nur wenige Tiere versorgen, machten die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereines 1880 Gardelegen während ihrer diesjährigen Jungtierbesprechung aufmerksam. Hühnerhalter seien verpflichtet, ihre Tiere regelmäßig gegen die Newcastle-Krankheit, Hühnerpest genannt, zu impfen – auch Privathalter. „Das wissen viele meist gar nicht“, berichtete Vereinsvorsitzender Dirk Strathausen. Allerdings seien nur noch große Verpackungen, in denen 1000 Impfdosen vorhanden sind, erhältlich. „Das ist doch nur was für Großbetriebe. Für Privatleute, die nur drei Hühner zu Hause haben, ist das doch nichts“, machte Strathausen deutlich. Zudem verwies er auf die Haltbarkeit der Impfdosen. Auf Vorrat könne der Impfstoff bei nur wenigen Tieren nicht gekauft werden.

Der Verein bietet deshalb an, dass Privathalter, die ihre Hühner impfen lassen möchten, mit dem Verein in Kontakt treten. Dann könne ein gemeinsamer Impftermin ausgemacht werden. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt begrüßt diese Möglichkeit: „Selbstverständlich kann ein Rassegeflügelzuchtverein in Absprache mit dem betreuenden Tierarzt an den Impfterminen auch Nicht-Mitglieder einbinden“, sagte Kreissprecherin Birgit Eurich auf Volksstimme-Anfrage. Nach Paragraph 7 der Geflügelpestverordnung müssen Halter von Hühnern und Truthühnern ihre Tiere regelmäßig gegen die Newcastle-Krankheit impfen lassen, so dass eine ausreichende Immunität der Tiere vorhanden sei.

Krankheit ist meldepflichtig

„Die Hersteller der Newcastle-Impfstoffe haben in den zurückliegenden Jahren die kleineren Packungsgrößen vom Markt genommen, so dass die aktuell kleinste Packungsgröße tatsächlich bei 1000 Impfdosen liegt. Allerdings wird der Impfstoff in Wasser gelöst, so dass man ihn verdünnen kann auf die erforderliche Tierzahl“, erläuterte Eurich. Die Rassegeflügelzuchtvereine organisieren regelmäßig die Newcastle-Impfungen für ihre Mitglieder, da für die Teilnahme an regionalen und nationalen Rassegeflügelschauen der Nachweis einer Impfung Pflicht ist. Die Impfungen erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt, der den Verein betreut. Denkbar wäre, so Strathausen, dass an diesen Terminen dann auch Nicht-Mitglieder teilnehmen können.

Die Newcastle-Krankheit sei hochgradig ansteckend und meldepflichtig. „Ein Hühnerhalter, der seine Tiere nicht gegen die Newcastle-Krankheit impfen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, und das kann mit einem Bußgeld geahndet werden“, betonte Eurich. Hühnerhalter, die wegen Impfungen Kontakt zum Rassegeflügelzuchtverein 1880 Gardelegen aufnehmen möchten, melden sich unter 01577/146 09 63 oder unter d-strathausen@t-online.de