Letzlingen l „Für mich ist es das schönste Weihnachtsgeschenk.“ Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing strahlte, als sie die „Frohe Botschaft“ verkündete. Alexander und Janet Torge vom gleichnamigen Tankcenter an der Jävenitzer Straße haben angesichts der immer noch fehlenden Verkaufseinrichtung im Heidedorf ihr Angebot von Waren des täglichen Bedarfs erweitert.

Wie Janet Torge erzählt, habe man auch vorher schon Milch, Butter, Käse, Wurst und Brötchen angeboten, da ja auch viele Lkw-Fahrer Station an der Tankstelle machen. Das fiel aber wohl nicht jedem auf. Nun haben sie und ihr Mann das Sortiment erweitert. Nun gibt es beispielsweise auch Nudeln, Reis und Kartoffelpüree, Ketchup, Öl und Eier, Dosen mit Suppen, Früchten und Champignons, Katzen- und Hundefutter, Kaffee und Tee – „eigentlich alles, was man so täglich braucht und beim großen Einkauf vielleicht vergessen wurde“, so Janet Torge. Damit haben die Letzlinger und Einwohner der umliegenden Orte nun in der Nähe drei Möglichkeiten, um im Dorf Grundnahrungsmittel zu kaufen. Denn ein kleines Sortiment bieten seit der Schließung der Kaufhalle im Sommer 2018 auch Christian Glatz in seiner Bäckereifiliale und die Altmärker Getränke Vertriebs GmbH an, freut sich Regina Lessing.

Nachfrage nach Einkaufskorb

Das gilt auch für das Sortimente an Haushaltschemie wie Waschmittel, Weichspüler, Toilettenpapier, Zahnpasta oder Windeln. Sollten einige Produkte, die noch nicht angeboten werden, häufiger nachgefragt werden, könne die Palette auch noch peu à peu erweitert werden, erklärte Janet Torge. „Wichtig ist, dass die Letzlinger das Angebot auch annehmen.“ Man sei auch auf eine günstige Eigenmarke eines Unternehmerverbundes umgestiegen, um die Preise moderat zu halten. Der Einkauf ist zu den Öffnungszeiten der Tankstelle möglich.

Herumgesprochen hat es sich auf jeden Fall schon, dass man in der Tankstelle nicht nur Benzin und Diesel und andere Kleinigkeiten erwerben kann. Ja, es kamen bereits gezielt Letzlinger, die einkaufen wollten, erzählen beide. Und es kamen wohl auch schon Fragen wie „Wo sind denn die Einkaufskörbe?“ und „Wo kann ich denn hier parken?“. Allerdings, und das machte Alexander Torge noch einmal ganz deutlich: „Wir sind und bleiben eine Tankstelle, sind kein Discounter oder Kaufhalle.“

Jubiläum in diesem Jahr

Das junge Ehepaar hat das Tankcenter, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte, von seinem Vater Friedrich Torge übernommen, der aber immer noch, wie sie sagen, als gute Seele mit vor Ort ist. Friedrich Torge hatte 1994 mit seiner Frau Annedore den Mut, das Center zu errichten. „Das haben sie gut gemacht“, freut sich Janet Torge.

Und Torges waren auch schon zu DDR-Zeiten für Kraftstoffe im Heidedorf die erste und auch einzige Adresse. Opa Walter Torge führte die damalige Minol-Tankstelle an der Magdeburger Straße, während sein Sohn Friedrich auf dem Hof eine Kfz-Werkstatt betrieb.