Lindstedt l Eigentlich wollte die Lindstedter Kirchengemeinde im vergangenen Jahr nur die seitliche Außentreppe an der nord-östlichen Seite ihres Gotteshauses erneuern, erzählt Pfarrerin Johanna Brilling. Diese stammte aus den 60er Jahren, als das Innere des Gotteshauses umgestaltet wurde und der seitliche Zugang in einen oberen, geschlossenen Gemeinderaum führte.

Diesen gibt es allerdings nicht mehr. Die ihn abschließende Wand zum Inneren des Gotteshauses wurde laut Brilling in den 90er Jahren im Rahmen einer ABM-Maßnahme zur Renovierung der Kirche geöffnet, sodass der Raum nun eine neue „Empore“ bildet, die vom Denkmalschutz aber nur als Bühne bezeichnet wird, da es sie früher an dieser Stelle nicht gab. Auf dieser Bühne sitzt bei feierlichen Anlässen beispielsweise der Chor.

Romanische Kirche oft umgebaut

Die alte Treppe war aus Beton und schon sehr verwittert. Die neue Treppe sollte aus Sandsteinstufen bestehen. Die entsprechenden Platten wurden bereits erworben. Aber der Denkmalschutz sagte zu den Plänen Nein. Stattdessen solle der Ur-Zustand mit geschlossener Front wieder hergestellt werden. Das heißt, keine seitliche Treppe. Die Tür sollte am besten wieder durch ein Fenster ersetzen. Ob das so geschehen wird, steht derzeit noch nicht fest.

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Fest steht allerdings, dass sich die Kirchengemeinde daraufhin entschloss, das Innere des Gotteshauses umzugestalten, um es auch für das Kirchspiel ansprechend zu gestalten. Den Ur-Zustand wieder herzustellen, gehe aber nicht, so die Pfarrerin, denn die ehemals romanische Kirche wurde in den vergangenen Jahrzehnten oft umgebaut. So zum Beispiel 1854, als die Familie derer von Lindstedt anbauen und im Inneren eine Loge für sich anbringen ließ. Die gibt es aber auch schon lange Zeit nicht mehr. Das Epitaph derer von Lindstedt, das ist eine geschmückte Gedenktafel mit Inschriften für die Verstorbenen an der Kirchenwand, aber schon. Und das soll in nächster Zeit von der Restauratorin Corinna Streitz aus Wittenberge gereinigt werden. Sie habe auch ringsum, wie Brilling berichtet, alte Malereien unter dem weißen Wandanstrich entdeckt. Vielleicht werden sie auch noch freigelegt. Das stehe noch nicht fest.

Orgelempore in Ur-Zustand versetzt

In Vorbereitung der Reinigungsarbeiten am Epitaph wur- de bereits die Orgelempore mit Handwerkern in ihren eigentlichen Zustand zurückversetzt. Sie wurde irgendwann mal verbreitert und ragte mehr ins Innere des Altarraums. Nun hat sie wieder ihr ursprüngliche Breite und soll eventuell wieder mit den Wappen, die eingelagert sind, versehen werden. Infolgedessen sind noch einige Putzarbeiten notwendig. Eine Orgel gibt es dort aber schon seit Mitte des vorigen Jahrhunderts nicht mehr. Ein Kugelblitz hatte in den Kirchturm eingeschlagen, die Orgel zerstört und Schäden im Inneren der Kirche angerichtet.

Die Umgestaltungspläne sehen zudem vor, dass unter der heutigen Bühne ein neuer Gemeinderaum mit barrierefreiem Zugang entstehen soll. Dazu müsste vielleicht der Altar ein Stück versetzt werden. Wie das realisiert und aussehen könnte, dafür hat die Kirchengemeinde nun den Architekten Jan Bodenstein aus Wittenberge engagiert. Seine Ideen sollen dann, wenn sie vorliegen, mit der Kirchengemeinde diskutiert werden. Das soll noch in diesem Jahr auf jeden Fall erfolgen.

Finanzielle Unterstützung akquirieren

Der Umbau selbst werde dann aber später in Angriff genommen, denn dafür müssen ja auch die finanziellen Mittel vorhanden sein. Wie Brilling sagte, werde sie sich in nächster Zeit um Fördermittel und bei verschiedenen Institutionen um finanzielle Unterstützung bemühen. Und auch der Eigenanteil der Kirchengemeinde müsse gesichert sein.