Galerie Ipse

Weibliche Rundungen in Szene gesetzt: Ausstellung „Formenspiel & Fornamentik“ im Galeriegeschoss der Ipser Kirche

Eine besondere Ausstellung lockte am Wochenende nach Ipse. Im neuen Galeriegeschoss der Kirche waren beeindruckende Fotografien zu sehen.

Die Fotografie ist sein Hobby. Eigentlich ist Martin Müller Instrumentalist und hatte nach Ipse auch sein Akkordeon mitgebracht.
Die Fotografie ist sein Hobby. Eigentlich ist Martin Müller Instrumentalist und hatte nach Ipse auch sein Akkordeon mitgebracht. Fotos: Elke Weisbach

Ipse - ew

Weibliche, natürliche Rundungen in Gegenüberstellung mit künstlichen auf der einen Seite, die grafische und abstrahierende Überzeichnung der Aktfotografien auf der anderen – das war auf Einladung des Vereins Ipse excitare am Wochenende im neuen Galeriegeschoss in der Ipser Kirche zu entdecken. „Formenspiel & Fornamentik“ hieß die Ausstellung mit Werken von Martin Müller und Paul Ghandi. Dazu gab es einige Jazzversionen, denn Müller ist eigentlich freiberuflicher Instrumentalist in Magdeburg und hatte sein Akkordeon mitgebracht.

Aktfotografien überzeichnen

Die Fotografie sei sein Hobby, erzählte er vor Ort. Angefangen habe er mit Landschaften und besonderen Strukturen und Oberflächen, die er im Bild festhielt und auf seiner ersten Fotoausstellung 2007 in Wolmirstedt präsentierte. Aber in Zeiten von Social Media werde man damit in den verschiedenen Netzwerken geradezu überschwemmt. Doch seine erste Ausstellung, die auch eine Aktfotografie beinhaltete, brachte die Wende. Denn dort wurde der 37-Jährige von dem Bildhauer, Maler und Grafiker Paul Ghandi angesprochen, der ein besonderes Projekt plante. Er wollte Natürliches als Grundlage für Grafisches nehmen, sprich Aktfotografien überzeichnen, um vorhandene Strukturen im Hintergrund, auf den Gesichtern und Körpern mit Bleistift, Kohle oder Ölkreide zu erfühlen, zu verbinden, zu kontrastieren, weiterzudenken und zu verwandeln. Fornamentik nannte er dies und fand dafür in Martin Müller den geeigneten Partner.

Natürliche und künstliche Rundungen

Dieser wiederum entwickelte die Idee, die weichen Formen der Weiblichkeit künstlichen Rundungen entgegen zu stellen. Dafür nahm er Luftballons, denn sie sind, wie auch Frauen, belastbar und sensibel zugleich. Herausgekommen sind bei beiden Umsetzungen Bilder voller Poesie.

Für die Besucher standen auch Kaffee und Kuchen bereit, angeboten vom Förderverein. Und die Mitglieder möchten in den nächsten drei Monaten jeweils eine Ausstellung organisieren. Drei Künstler „stehen noch in der Pipeline“, erklärte Vorsitzender Tilo Mottschall. Konzerte werde es aber vorerst nicht geben, weil man nicht wisse, wie die Pandemielage sich entwickele.