Lindstedt l Nach Knoblauch duftete es am Freitagabend im ehemaligen Schulgebäude in Lindstedt. Anlässlich des Weltgebetstages hatten Frauen des erweiterten Frauenkreises und Interessenten aus dem Pfarrbereich Lind- stedt landestypische Gerichte aus Surinam zubereitet, einem Land in Südamerika, das in diesem Jahr Gastgeberland des Weltgebetstages ist. Und mit Knoblauch wurde das Gros der surinamischen Gerichte angereichert.

Ellen Kegel, Marlies Höhne, Susen Hundt, Ortrun Arndt, Irmtraud Okon und weitere Teilnehmerinnen halfen bei den Vorbereitungen des Weltgebetstages. Sie nahmen Rezepte mit nach Hause und kochten, schnippelten, verfeinerten die landestypischen Speisen. Am Freitag wurden diese von allen gemeinsam verkostet. Auf den Tisch kamen Kartoffelsalat mit roter Beete, Kokoscreme, Süßkartoffelsalat, Nasi Goreng mit Bratwurst, geschmorter Kürbis, ein Kichererbsengericht namens Goegerie, Kokoskuchen, Hackbällchen mit Knoblauch und Chili. In Krügen standen Mango-Apfel-Saft und Ingwersirup zum Verdünnen mit Bier und Wasser bereit. Die rund 15 Gäste des Weltgebetstages probierten die exotischen Gerichte und waren begeistert.

Rund 550.000 Menschen leben in Surinam

Im Anschluss erfuhren die Frauen von Pfarrerin Johanna Brilling und Pfarrerin i.R., Marlies Höhne, bei einem Bildervortrag Interessantes aus dem südamerikanischen Land, das sich im Nordosten des Kontinentes befindet und etwa halb so groß wie Deutschland ist. Leben in Deutschland aber um die 80 Millionen Menschen, seien es in Surinam gerade einmal rund 550.000 Einwohner, stellte Marlies Höhne den Vergleich. Das Land gelte als Schmelztiegel zahlreicher ethnischer, religiöser und kultureller Gruppen. Daher sei es beispielsweise kein ungewöhnlicher Anblick, dass in der Hauptstadt Paramaribo eine Synagoge neben einer Moschee stehe, wie Johanna Brilling erläuterte. Nahezu die Hälfte aller Einwohner seien Christen. Es leben aber auch Muslime, Hindus, und Angehöriger verschiedener ethnischer Gruppen in dem Land. 1975 wurde Surinam unabhängig, wie die beiden Frauen erläuterten. Heute ist das Land eine parlamentarische Demokratie, in der Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt sind.

Wie Johanna Brilling und Marlies Höhne mitteilten, ist die Wirtschaft des Landes abhängig vom Export der Rohstoffe Gold und Öl. Raubbau an der Natur werde betrieben. In Folge des Abbaus der Rohstoffe werde häufig auch das Wasser verunreinigt, zum Beispiel durch Quecksilber. Auch darauf wiesen die Frauen hin.

Lebensbejahende Lieder im Gottesdienst

Im Anschluss an den Vortrag über das Land folgte der Gottesdienst. Auch in diesem wurde die Probleme des Landes mit dem Raubbau deutlich. Marlies Höhne besuche alljährlich „immer wieder gern“, den Weltgebetstag, wie sie im Volksstimme-Gespräch sagte. „Es ist jedesmal sehr spannend, weil man sehr viel über ferne Länder erfährt“, berichtete sie.

Bereits am Freitagnachmittag feierten die Mitglieder des Seniorenkreises des Pfarrbereiches Lindstedt den Weltgebetstagsgottesdienst mit etwa 30 Teilnehmern. Denen hätten vor allem die für den Gottesdienst vorgeschlagenen Lieder gefallen. „Diese empfanden sie als sehr beschwingt und lebensbejahend“, so Brilling.