Zethlingen l „Das ist mit Abstand unser größter Erfolg“, sagt Lutz Pietscher und ist noch immer ganz ergriffen, wenn er an das zurückliegende Wochenende denkt. Da nämlich waren der Zethlinger und seine Frau Andrea live dabei, als die von ihnen gezüchtete Stute Asha P in Mondia du Lion in Frankreich den Weltmeistertitel in der Kategorie der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde errang. Geritten wurde sie von Reitmeisterin Ingrid Klimke, die bereits auf mehrere Olympiasiege verweisen kann.

„Es hat uns damals schon geehrt, dass sich so eine Könnerin überhaupt für ein Tier aus unserer Zucht interessiert.“ Inzwischen würden ihr sogar 51 Prozent der Stute gehören, während sich die anderen 49 Prozent im Besitz von Dr. Andreas Lauber befänden, sagt Lutz Pietscher, der Asha P vor rund zwei Jahren an beide verkauft hatte. Zuvor war sie im Engersener Ausbildungsstall von Antje und Sabine Deparade trainiert worden. Letztere hatte dann mit dem Tier an einem Championat teilgenommen, das auch von einem der Bundestrainer der Vielseitigkeitsreiter besucht worden war. Der wiederum hatte Ingrid Klimke dann den Hinweis gegeben, sich die Stute aus der Zethlinger Zucht doch einmal etwas genauer anzusehen. Schließlich war sie von der Reitmeisterin unter deren Fittiche genommen worden.

Pferdezucht als Teil der GbR

Der nun erzielte Erfolg spricht für sich. Und er dürfte, wenn Reiterin und Tier gesund bleiben, nicht der letzte gewesen sein. Immerhin ist Asha P, die zur Rasse Deutsches Sportpferd gehört, eine Tochter des Hengstes Askari, dessen Nachkommen bereits mehrfach Weltmeistertitel geholt haben. Ein solcher war kürzlich auch von Stute Alice aus der Zucht des Berkauers Ralf Mewes erzielt worden. Diese Askari-Tochter hatte unter dem Sattel von Simone Blum die Einzel-Weltmeisterschaft der Springreiter in den USA gewonnen.

Anders als Ralf Mewes betreiben Lutz Pietscher und seine Frau die Pferdezucht aber nicht als Hobby. Bei den vielen Tieren, die in den zurückliegenden Jahren in ihrem Stall geboren worden sind, handelt es sich um sogenannte Betriebspferde der GbR, in der aber vorranging herkömmliche Landwirtschaft betrieben wird. Das Unternehmen war nach der Wende gegründet worden. Doch Lutz Pietscher war zuvor selbst aktiver Pferdesportler gewesen. Die Leidenschaft für die Tiere hat sich der 53-Jährige bis heute bewahrt.