Genthin l Bürgermeisterwohnsitz in den 1930er Jahren, Albert-Schweitzer-Club zu DDR-Zeiten, Touristinformation nach der Wende: das traditionsreiche Gebäude soll, geht es nach dem Willen des Stadtrates, schon bald einen neuen Besitzer finden.

Es ist eines von insgesamt 19 kommunalen Objekten, die die Stadt im Zuge der Haushaltskonsolidierung veräußert. Es gibt eine Reihe wirtschaftlicher Überlegungen, die den Stadtrat veranlasst haben, sich für den Verkauf zu entscheiden. Ein wesentlicher Punkt, sagte Genthins Bürgermeister Thomas Barz im Gespräch mit der Volksstimme, sei die Tatsache, dass sich der Landkreis hinsichtlich des Tourismus neu ausrichten wird.

Großer Sanierungsstau

Zugleich müsse man auch berücksichtigen, dass sich in der Immobilie über Jahre ein großer Sanierungsstau hinsichtlich aller Medien ergeben habe, den die Stadt nicht auflösen könne. Außerdem musste der Fremdenverkehrsverein bisher jährlich etwa 3000 Euro an Betriebskosten aufbringen. Zunächst, unmittelbar nach dem Umzug, solle nach den Worten von Barz das Leistungsspektrum der Touristinformation in der Bibliothek „klassisch abgebildet werden“. Was soviel heißt, dass sich zunächst bezüglich der Arbeitsaufgaben und -zuständigkeiten der TI-Mitarbeiter nicht viel verändern wird. Mittelfristig gehen die Überlegungen jedoch dahin, dass die Mitarbeiter des Hauses, sowohl der Bibliothek, als auch der Touristinformation beide Servicesspektren bedienen können.

Für alle Belange

Mittelfristig gehen die Überlegungen jedoch dahin, dass die Mitarbeiter des Hauses, sowohl der Bibliothek, als auch der Touristinformation beide Servicesspektren bedienen können. Barz verwendet für dieses Modell der Verbindung von Bibliothek und Touristinformat die Formulierung „eine Art Servicebereich für alle Belange“. „Wir versprechen uns davon einen Mehrwert, unter anderem hinsichtlich der Öffnungszeiten, aber auch der Belebung von Bibliothek als auch der Touristinformation“, sagte der Bürgermeister.

Für den Verkauf der Bahnhofstraße 8 steht nun die Ermittlung des Verkehrswertes an. „Das Haus soll in gute Hände kommen“, stellte Barz in Aussicht.

Bilder