Genthin l Dicke Mützen, wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk - schon äußerlich erwecken die Wanderer, die sich am Sonnabend nach und nach am Volkspark einfinden, den Eindruck eines festgefügten Teams. Die letzte Wanderung im Jahr, zu der sich 60 Männer und Frauen angemeldet haben, wird traditionell mit einer kleinen Adventsfeier beschlossen. In den Nordterrassen kehrten die Männer und Frauen nach einer knapp dreistündigen Tour ein, die unter der Leitung von Karin Mielke stand. Fast eine familiäre Atmosphäre machte sich breit, als bei Kaffee und Kuchen sowie einer herzhaften Bockwurst geplaudert wurde. Dicke Wanderschuhe, Rucksäcke und weiße Tafeltücher - dies alles im Schein der Kerzen.

Das Ehepaar Christel und Reinhard Senger gehört zu jenen Mitgliedern, die der Sektion Wandern seit ihrem Bestehen im März 1995 die Treue gehalten haben.

Christel Senger braucht nicht lange zu überlegen, warum dies so ist. „Bei den Wanderungen treffen wir immer nette Menschen und können viele Gespräche führen. Wir sind an der frischen Luft, betätigen uns sportlich und lernen auch noch die Heimat kennen“, weiß die Genthinerin zu schätzen.

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„Wandern macht einfach Spaß“, sagt Karin Mielke, seit 2004 Wanderleiterin, nur kurz und knapp. Mit einem Augenzwinkern setzt sie nach: „Ich vertrete unter den Wanderleitern die Frauenquote.“

Fritz Fabert, der der Sektion Wandern bis Kurzem vorstand, ist stolz darauf, dass sich in seiner Truppe keine Cliquen gebildet haben und alle immer gesund das Ziel erreicht haben. „Mal eine kleine Verstauchung, mehr gab es in all den Jahren nicht.“ Genügend Potential hätte allein dieses Wanderjahr geboten.

Immerhin haben sich die Sportfreunde der Sektion Wandern bei insgesamt 22 Wanderungen auf den Weg gemacht und dabei insgesamt 513 Kilometer bewältigt. 594 Wanderfreunde, davon 425 Mitglieder der Sektion, beteiligten sich daran. Ein Quartett, bestehend aus Christine Schacht, Karin Mielke, Marlies Fenske und Fritz Fabert, schnürte bei allen diesen Touren den Rucksack.

Mit dem Maskottchen der Sektion, einer Wandersocke, die für den Aufstieg in eine Höhe von 2000 Meter vergeben wird, wurden in diesem Jahr Gisela Buchholz, Helga und Fritz Mund, Christel Wilhelms, Marlies Fenske, Cornelia Krüger und Marga Ebert geehrt. Sie werden die Socke von nun an an den Rucksäcken tragen.

Der neue Sektionschef Wolfgang Schultze gab zum Abschluss eine kleine Vorausschau auf das Jahr 2016, für das ein fester Wanderkalender bereits vorliegt. Schultze stellte fest, dass die Nachwuchssituation unter den gegenwärtig sieben Wanderleitern schwierig sei. Steigende Kosten für Fahrten mit dem Bus stellten die Sektion vor die Frage, sich entweder im Genthiner Raum „die Beine zu vertreten“, oder weiter entfernte Ziele anzusteuern, die teuer werden. Für die geplante Harzfahrt 2016, verkündete Schultze unter dem Beifall der Wanderfreunde, habe sich der SV Chemie jedoch bereit erklärt, für die Mitglieder finanziell einzuspringen.