Genthin l Heute, an seinem Geburtstag, darf der 65-Jährige nach Tagen voller Aufregung ins Private abtauchen. „Eine Feier im Verwandten- und Freundeskreis - mehr nicht", lacht der altgediente Feuerwehrmann. Der große Bahnhof, den ihm die Genthiner und Altenplathower Feuwerwehrleute sowie die Ortswehrleiter der Einheitsgemeinde zu seinem Abschied aus dem aktiven Dienst bereitet haben, hätte ihn „sehr sehr emotional berührt" und dies hielte noch tagelang an, sagt Witt, ein Mann, der in unzähligen Einsätzen seine mentale Stärke bewiesen hat.

43 Jahre aktiv bei der Feuerwehr

„43 Jahre bei der Feuerwehr - das habe ich gern gemacht. Wenn man einmal dabei ist, bleibt man immer dabei", fasst er sich denkbar kurz für einen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte. Die Feuerwehr, erklärt er, bleibe für ihn eine einmalige Truppe mit einem ebenso einmaligen Zusammenhalt. Er entscheide, wie es der Wehr gelinge, von ‚Null auf 180‘ zu kommen und letzlich auch darüber, wie groß der Einsatzerfolg sei.

Georg Witt hat in seinem Berufsleben eine bemerkenswerte Karriere-Leiter bei der Feuerwehr erklommen. Er begann seine Laufbahn 1973 in der Betriebsfeuerwehr des ehemaligen Waschmittelwerkes, wechselte Mitte der 1980er Jahre vom Waschmittelwerk beruflich in den Bereich Brandschutz, der seinerzeit beim Volkspolizeikreisamt (VPKA) angesiedelt war. Dann schloss sich ein dreijähriges Studium an der Feuerwehrfachschule in Heyrothsberge an. „Dieses Studium war ein Glücksfall für mich", erinnert sich Witt.

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Ausbilder für Generationen von Kameraden

Nach der Wende in der Kreisverwaltung Jerichower Land tätig, blieb der Brandschutz Georg Witts berufliches Spezialfeld. Von seinem Fachwissen konnten letztlich zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Behörden profitieren.Bei seinen Feuerwehr-Ämtern fuhr der Jubilar jedoch jederzeit„zweigleisig": So blieb er stets der freiwilligen Feuerwehr in Genthin treu, wobei er von 2002 bis 2016 das Amt des stellvertretenden Stadtwehrleiters, zunächst unter Reinhard Schulze und dann unter Achim Schmechtig, bekleidete. „Ruhig und sachlich - so kennen wir Schorsch", sagt der Stadtwehrleiter.

Auf seine Agenda kann sich das heutige Geburtstagskind auch schreiben, am Aufbau der Umweltfeuerwehr beziehungsweise des Gefahrstoffzuges des Jerichower Landes im Jahr 1996 mitgewirkt zu haben. Der damalige Zugführer Achim Schmechtig blickt auf diese Zeit zurück: „Ich glaube, dass ihm seine berufliche Ausbildung in der chemischen Industrie bei dieser Aufgabe sehr hilfreich war." Seit 1998 ließ sich Witt auch als Kreisausbilder für Truppführer in die Pflicht nehmen. „Generationen von Feuerwehrleuten sind durch seine Schule gegangen", würdigt Stadtwehrleiter Achim Schmechtig seine Arbeit.

Auch der neu ernannte stellvertretende Genthiner Stadtwehrleiter Christian Giese von der Ortsfeuerwehr Altenplathow, der im Mai 2003 den Lehrgang zum Truppführer absolvierte, gehört zu Witts ehemaligen Schülern.Georg Witt hat unter seinen aktiven Dienst nun einen Schlussstrich gezogen. „Ich gebe den Staffelstab weiter an die, die nach mir kommen", sagt er ohne Wehmut in der Stimme. Vor dem Stadtrat appellierte Georg Witt bei seiner Verabschiedung an die Kommunalpolitiker, sie mögen sich weiterhin der Verantwortung für die Feuerwehr bewusst sein mögen.