Genthin l Das Programm zur 850-Jahr-Feier Genthins im kommenden Jahr nimmt konkrete Formen an. Der Hauptausschuss hat am Donnerstagabend einstimmig einer Beschlussvorlage zugestimmt, nach der das Festkomitee eine Veranstaltung organisieren und durchführen darf, mit der das Jubiläumsjahr 2021 begrüßt wird.

Einstimmig heißt dabei nicht, dass es vorher keine Diskussionen darüber gab. Während Klaus Voth und Alexander Otto (beide CDU) keine Notwendigkeit darin sehen, dass die Stadträte jeder Veranstaltung einzeln ihren Segen geben sollen, wenn sie im Rahmen des vom Stadtrat beschlossenen Gesamtbudgets bleibt, besteht Genthins Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) darauf, dies so beizubehalten.

Doch keine Feuerwerksshow

Martina Conradi nimmt den Stadträten die Angst, dass es bei der Vorstellung der Veranstaltungen in den Ausschüssen um solche geht, deren Kostenvolumen über das beschlossene Gesamtbudget von 115.000 Euro hinausgingen. „Wir im Festkomitee planen unter dem Diktat höchster Sparsamkeit. Wir behalten das Limit stets im Auge und wissen, dass wir es keinesfalls überschreiten dürfen. Aber an dieser Grenze sind wir noch lange nicht angelangt“, sagte sie am Donnerstagabend.

Zunächst sei für die Begrüßungsveranstaltung der 31. Dezember mit einer Feuerwerksshow ins Auge gefasst worden, so Martina Conradi. Aber angesichts der hohen Gagenforderungen, die Veranstalter an diesem Tag aufrufen würden, sei diese Idee wieder verworfen worden.

Verträge noch nicht unterschrieben

Nun wird der 5. Januar 2021 mit einer Lasershow, inklusive eines Auftritts der Laserviolinistin Mona Seebohm, ins Auge gefasst. Beim Kartoffelfest seien damit gute Erfahrungen gemacht worden. „Ein Kostenangebot liegt bereits vor“, so Conradi. Mit der geplanten Zeit von 18 bis spätestens 22 Uhr dürfte es auch keine Kollisionen mit etwaigen Corona-Einschränkungen geben. Etwas mehr als 6000 Euro würde das Ganze schließlich kosten.

Nicht nur für diese Veranstaltung seien die Verträge bereits ausgearbeitet - inklusive dessen, was passiert, wenn Corona dem einen Strich durch die Rechnung machen sollte, so Conradi. Nur: Unterschrieben werden können sie nicht. Denn, und darauf weist Grünen-Stadtrat Lutz Nitz mit allem Nachdruck hin, Genthin hat keinen bestätigten Haushalt und unterliegt derzeit einer Haushaltsperre. Das bedeutet Zahlstopp für alle Ausgaben, die nicht unbedingt notwendig und gesetzlich nicht festgelegt sind. Ausgaben für Jubiläumsfeierlichkeiten sind freiwillige Leistungen und wenn es hart auf hart käme, könnten diese deshalb gestrichen werden.

Haushaltssperre muss diskutiert werden

Darum gaben die Stadträte dem Bürgermeister die dringende Aufgabe mit auf den Weg, sich mit Kämmerin und rechtlichem Beistand zu beraten, wie die Verträge zu den Jubiläumsfeierlichkeiten so zu gestalten sind, dass sie keiner möglichen Haushaltssperre zum Opfer fallen können. Matthias Günther versprach, sich darum zu kümmern. Nicht ohne, dass ihm Alexander Otto (CDU) ein „Diese Frage hätte längst beantwortet sein können. Ich bin irritiert, dass dies noch nicht geklärt ist“ hinterher rief. Falk Heidel (Pro Genthin) monierte: „Es fällt uns jetzt auf die Füße, dass wir die Veranstaltungsplanung fürs Jubiläumsjahr damals nicht in Vereinsform organisiert haben.“

Das Festkomitee legte dem Hauptausschuss noch ein Sponsoring-Konzept vor. Diesem stimmten ebenfalls alle Ausschussmitglieder zu. Demnach könne sich jeder Genthiner mit einer Spende von 850 Cent an der Ausrichtung der Feierlichkeiten beteiligen. Dafür gibt es einen Anstecker mit dem Jubiläums-Logo.

Spendenticker auf Webseite

Auf der Website wird es einen Spendenticker geben, auf dem der aktuelle Spendenstand abzulesen ist. Wer sich mit größeren Summen engagieren möchte, kann sie auf das Spendenkonten einzahlen oder als Firma eines der Sponsoring-Pakete buchen.