Genthin l Das Thema Schule wird in der neuen Sonderausstellung mit einem starken regionalen Bezug und doch sehr allgemeingültig betrachtet. Bildung sei ein weitläufiger Begriff, machte Alexandra Adel von der Stadt Genthin während der Eröffnung deutlich. „Bildung ist nicht nur ein guter Schulabschluss“, so Adel. „Sie ergibt sich aus der gesamte Persönlichkeit eines Menschen.“

Bildung schafft Persönlichkeit

Diese werde vom Elternhaus, Kita und der Schule gleichermaßen geprägt.Wie sich diese Prägung der der jungen Menschen im 20. Jahrhundert durch die ständigen Umwälzungen geändert hat, machte Museumsleiterin Antonia Beran deutlich. „Es war eine Zeit der Brüche.“ jede politische Veränderung habe neue Bildungsschwerpunkte mit sich gebracht.

Diese waren auch in Genthin unübersehbar und werden in der Ausstellung in Erinnerung gerufen. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Fördervereins für Genthiner Stadtgeschichte wurde auf 55 Quadratmetern Fläche etwa die Geschichte der Genthiner Schulen nachgezeichnet. So gibt es Daten und Fakten etwa zum Lehrerseminar, zur Mädchen- und Jungenschule, aber auch zum Progymnasium, einer Privatschule für die Mittlere Reife, dass bis 1907 bestand.

Bilder

Entwicklung der Dorfschulen

Die Ausstellung zeigt aber auch die Entwicklung der Dorfschulen nach, auch welche gehobene Stellung der Dorfschullehrer einst im gesellschaftlichen Leben innehatte. Einen großen Raum nimmt auch die Darstellung des Bildungswesens in der DDR-Zeit ein. Angereichert durch Ausstattungsgegenstände wie Pionierkleidung, Schulranzen, und Schulbücher werden Erinnerungen wachgerufen.

Das Unterrichtsfach „Staatsbürgerkunde“, ist der jüngeren Generation kein Begriff mehr, der Älteren um so mehr: „Das Schulbuch zur Staatsbürgerkunde hatte ich auch“, rief eine Besucherin beim Blick auf eine der Ausstellungsvitrinen. Auch Ausstattungsgegenstände von Schulklassen sind zu besichtigen. Lehrerpulte, Rechenschieber aber auch Landkarten.

Exponate aus privater Hand

Auf eine ganz Besondere wies Antonia Beran hin: „Wir haben eine Karte des Landkreis Jerichow in der Schau, die 1936 gedruckt wurde, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese weiter genutzt, aber die Symbole der NS-Zeit per Hand weggestrichen.“ Viel Material wurde auch diesmal aus privater Hand beigesteuert.

Günter Heine aus Wust unterstützte zum wiederholten Mal eine Ausstellung in Genthin. „Von mir stammt eine Schulbank und ein das Schild von der Mangelsdorfer Schule, das ist etwas ganz einmaliges“, macht Heine aufmerksam. Die Aufschrift „Deutsche Demokratische Schule“ sei nicht oft zu lesen gewesen. Die Ausstellungsmacher mussten aus einer Fülle von Material auswählen. „Wir konnten nur einen sehr kleinen Teil unterbringen“, bedauerte die Fördervereinsvorsitzende Lisa Wolf.

Positive Resonanz

Dennoch gab es einhellig positive Meinungen. „Ich habe mich schon zwei Mal auf Fotos gefunden“, meinte Alfred Jansky aus Parey. Auch Ellen Müller, mit einer Genthiner Abschlussklasse von 1967 zu Besuch in der Kanalstadt lobte die Schau: „Das Thema Bildung ist sehr schön herausgearbeitet worden, es gibt viele sehr spannende Informationen.“

Für den ehemaligen Museums-Praktikanten Moritz Weber, der bei den Ausstellungsvorbereitungen mithalf, gab es einen weiteren Punkt: „Es ist interessant zu sehen, was die Besucher auf den Bildern wiederfinden und wie sie über die Exponate ins Gespräch über ihre Schulzeit kommen.“ Er hofft, dass sich viele Menschen die Ausstellung ansehen werden. Die Möglichkeit gibt es bis zum 28. Januar 2018 immer von Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12 uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr.