Genthin/Stendal l Mit der Wanderausstellung „Archäologe – Aufklärer – Wissenschaftsbegründer“, wird Johann Joachim Winckelmann zu dessen 300. Geburtstag und 250. Todestag gewürdigt. Ab dem 8. Januar 2018 ist diese im Genthiner Bismarck-Gymnasium zu sehen. Gezeigt werden 15 Tafeln. „Die meisten Tafeln widmen sich natürlich Johann Winckelmann“, sagt Sylvia Thieme, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Winckelmann-Museum. Die Tafeln geben Aufschluss über Winckelmanns Anfänge in Stendal, über seine Stationen in Dresden, Rom und seiner Ermordung in Triest.

Das Wirken des Stendalers auf regionaler Ebene, etwa als Lehrer in Hadmersleben oder Seehausen, wird in der Ausstellung genau so nachgezeichnet, wie seine Verdienste um die Archäologie und Kunstgeschichte. Winckelmann begeisterte sich früh für die griechische Sprache und die Kunst. Mit seiner 1764 erschienenen „Geschichte der Kunst des Altertums“ wurde er zum wichtigsten Vertreter der europäischen Kunsthistoriker.

Ausstellung auch in Brüssel zu sehen

Die Ausstellung wandert seit einiger Zeit durch die Region und wird nach dem Monat in Genthin in Osterburg und Wust sowie im Sommer in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhaltin Brüssel zu sehen sein. „Da wir im Museum aufgrund der Bauarbeiten derzeit nicht viel machen können, gehen wir nach draußen“, begründet Thieme die Wanderausstellung. „Winckelmann ist derzeit auch aufgrund der Jubiläen derzeit weltweit ein Thema“, sagt die Museumsmitarbeiterin. Auch in London, Triest und Rom gäbe es derzeit Ausstellungen. In Weimar und Halle/Saale sind in der vergangenen Woche neue Ausstellungen zu Winckelmann eröffnet worden.

Natürlich würdigt Stendal seinen großen Sohn besonders. In der vergangenen Woche gab es rund um Winckelmanns Geburtstag (9. Dezember) eine Veranstaltungswoche mit Vorträgen und Kulturveranstaltungen. Auch wurden die ersten umgebauten Räume einem interessierten Publikum vorgestellt.

Informationen über Museum

Wer sich über die Umbaumaßnahmen im Stendaler Museum informieren möchte, hat in der Wanderausstellung ebenfalls die Gelegenheit. Es gibt Informationen zur Geschichte des Museums und dem derzeit laufenden Umbau der Räumlichkeiten.

„Wir richten eine Barrierefreiheit ein, die Dauerausstellung wird neu konzipiert und auch die Bibliothek wird erneuert“, erläutert Sylvia Thieme. In der Ausstellung wird zudem über die Arbeit der Winckelmann-Gesellschaft informiert, die seit dem Jahr 2000 Träger des Winckelmann-Museums ist und sich auch im kommenden Jahr für zahlreiche Veranstaltungen verantwortlich zeichnet.

Die Beschäftigung mit Winckelmann lohne sich auch heute noch, meint Sylvia Thieme. „Das der kleine arme Schusterjunge aus Stendal zum Leiter der Altertümer in Rom avancierte, ist auch heute spannend.“ Die Ausstellung läuft bis zum 2. Februar im Gymnasium Genthin.