Genthin l Fünf Projekte hat der Demokratie-leben-Begleitausschuss vor der Sommerpause bewilligt. Der Bibliotheksförderverein Jerichower Land bekommt 4330 Euro für die Umsetzung des Anti-Kriegs-Romanes „Heeresbericht“ des Genthiner Schriftstellers Edlef Köppen zu einem Ein-Personen-Theaterstück. Mit der Texterstellung ist die Berliner Autorin Rike Reiniger beauftragt.

Im Spätherbst ist eine szenische Lesung als erste Präsentation geplant. Danach soll das Stück fest im Spielplan eines Theaters der Region verankert werden. Weitere Aktionen und Schülerprojekte sind geplant. Sie flankieren den 125. Geburtstag Köppens und die 100. Wiederkehr des Endes des Ersten Weltkrieges im Jahr 2018. In Genthin sind aus diesem Anlass das 5. Köppen-Kolloquium im März und eine Ausstellung im Kreismuseum geplant. „Mit der Umsetzung des Stoffes ‚Heeresbericht‘ kann über einen regionalen Autor die Thematik Krieg vermittelt werden“, erläutert Gabriele Herrmann, Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek.

Demokratie-Rallye in Bernburg und Berlin

Auch in diesem Jahr gibt es eine Demokratie-Rallye. Junge Leute aus verschiedenen Schulen in Genthin, Jerichow und Elbe-Parey werden im Oktober für vier Tage nach Bernburg und Berlin reisen. In der Gedenkstätte Bernburg wird sich die Gruppe mit dem Thema Euthanasie beschäftigen.

In Berlin geht es um die Olympischen Spiele 1936 und die Ausgrenzung von Sportlern. Zudem werden die Jugendlichen den Reichstag und die Gedenkstätte Sachsenhausen besuchen. Die Reise wird durch Mitarbeiter der Jugendarbeit im Jerichower Land umgesetzt und von Fachleuten vor Ort begleitet. Das vom Jugendhaus Thomas Morus initiierte und vom Regionalen Arbeitskreis (RaJa) durchgeführte Projekt wird mit rund 5580 Euro gefördert.

Dokumentation von Zeitzeugengesprächen

Eine Fortsetzung erfährt auch die Dokumentation von Zeitzeugenerlebnissen. Im Oktober und November sollen Jugendliche unter professioneller Anleitung Filmaufnahmen mit sechs Zeitzeugen vorbereiten und durchführen. Die jungen Leute werden im Vorfeld in den Bereichen Umgang mit Kamera, Ton und Einstellgrößen sowie in Interviewtechniken geschult.

Im weiteren Verlauf des Projektes werden sie drei Zeitzeugen aus der Zeit des Dritten Reiches und drei Zeitzeugen aus der Gegenwart befragen. Im kommenden Jahr soll ein Dokumantarfilm entstehen. Das Projekt verbindet den Erwerb von Medienkompetenz mit der Beschäftigung von besonderen Lebensläufen. Im kommenden Jahr soll eine Dokumentation entstehen. Die Aktion des Fördervereins Elbe-Parey und des RaJa wird mit 4777 Euro gefördert.

Mit knapp 900 Euro wurde ein Projekt des Freizeitvereins Süd V gefördert, mit dem durch verschiedene Ballspiele die Gemeinschaft gestärkt und den Kindern gezeigt wird, dass durch Sport ein Zusammenhalt zwischen Kindern mit und ohne Behinderung sowie zwischen den Einheimischen und Migranten entstehen kann. Dafür wurde die Ausstattung für verschiedene Ballspiele angeschafft. Außerdem wurden die Kinder mit einem Spendenlauf für das Thema „Hunger in der Welt“ sensibilisiert.

Das Thomas-Morus-Haus bekam des Weiteren Fördermittel von rund 600 Euro für eine Fahrt mit Jugendlichen mit und ohne Behinderung. Dabei kooperiert das Jugendhaus mit dem freien Träger „Am Ufer“ und den Elbe-Havel-Werkstätten.