Hochzeit

Ehepaar Bürmann kann mit Corona-Lockerungen in Genthin feiern

Die frisch vermählten Eheleute Jana und Stephan Bürmann waren das erste Genthiner Paar, das mit den Corona-Lockerungen wieder vor dem Standesamt von seinen Arbeitskollegen und Freunden empfangen und beglückwünscht werden konnte.

Von Simone Pötschke und Mike Fleske
Der Redekiner FCM-Fanclub stand am Standesamt Spalier für Jana und Stephan Bürmann.
Der Redekiner FCM-Fanclub stand am Standesamt Spalier für Jana und Stephan Bürmann. Foto: Mike Fleske

Genthin - Endlich wieder großer Menschenauflauf vor dem Genthiner Standesamt am Marktplatz. Hier kann nach langer Corona-Zwangspause wieder in einem größeren Rahmen geheiratet werden. In den vergangenen Monaten gab es hier nur wenige kleinere Trauungen. Das Ehepaar Jana und Stephan Bürmann aus Genthin machte mit ihrer Hochzeit stellvertretend für viele andere Heiratswillige einen großen Schritt in Richtung Normalität. Ohne dass es davon im Vorfeld die geringste Ahnung haben konnte. Freunde und Bekannte, die vor dem Standesamt geduldig auf das frischvermählte Paar warteten, überschütteten es so mit einer Fülle von Überraschungen. Ein Stückchen Lebensfreude kehrte damit zum greifbar nahen Ausklang der Pandemie zurück.

Im Internet kennengelernt

Während der Pandemie musste in Genthin nur im engsten Rahmen, ruhig und damit möglichst unauffällig geheiratet werden. Corona beeinflusste auch die Hochzeitspläne des Ehepaares Bürmann, das eigentlich schon im vergangenen Jahr vor den Traualtar treten wollte. „Wir haben uns dann doch ultimativ für den Termin im Juni entschieden, egal unter welchen Corona-Auflagen. Wir wollten nicht mehr warten“, erzählt Stephan Bürmann. Natürlich, sagt der Genthiner, konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass zu diesem Termin etliche Corona-Auflagen aufgehoben sein würden.

Irgendwie ist sich das Paar damit treu geblieben, ein klein wenig „speziell“ zu sein. Denn kennengelernt hat es sich über das Internet ausgerechnet am 24. Dezember 2010. Er sei zu seinem Bruder nach Parey gefahren, um dort den Heiligen Abend zu verbringen. Seine spätere Frau Jana hielt sich derweil in Schwerin bei ihrer Schwester auf, als sie über das Netz mit der Offerte „Wenn Du Dich traust, kannst Du dich melden“ die Weichen für eine gemeinsame Zukunft stellen sollte. „Der 24. Dezember wird wohl so immer unser Tag bleiben“, sagt Stephan Bürmann.

Ehrensache für den Fanclub aus Redekin

Den Tag der Eheschließung, schiebt der Genthiner allerdings schnell nach, soll dies aber keineswegs schmälern. Das Paar konnte in Anwesenheit von 20 Personen, darunter ihre beiden kleinen Kinder, im Standesamt die Ringe wechseln. Enge Verwandte konnten so „gut unterkommen“. Während der Eheschließung habe er schon bemerkt, dass es draußen unruhig wurde, berichtet der frischgebackene Ehemann. „Das kann ja heiter werden“, habe er sich dabei gedacht. Zurecht. Auf der Freitreppe des Standesamtes bereiteten dem Ehepaar die FC Magdeburg-Fangruppe aus Redekin, bekleidet mit Blau-Weiß-Trikots, ein herzliches Willkommen. „Wir fahren immer gemeinsam ins Stadion und feuern unseren Lieblingsverein an“, sagte Antje Stobbe, die zu der Runde gehörte. „Es war für uns eine Ehrensache, unsere Freunde nach der Trauung in Empfang zu nehmen.“

Ein besonderes Geschenk hielt Anja Löper, Arbeitskollegin der Braut bei der Firma Sitex, bereit: „Wir haben zusammengelegt, um schließlich ein selbstgebasteltes Geschenk dem Paar zu überreichen."

Unter den geschickten Händen von Anja Löper war eine kleine Szene mit Brautpaar, Schmetterlingen und einer Schatzkiste entstanden. Alles Dinge, die symbolisch für das Glück des Hochzeitspaares stehen.

Kettensäge hilft aus der Patsche

Die Arbeitskollegen ließen zudem bunte Luftballons mit besten Wünschen für die Zukunft in den Himmel aufsteigen. Auf das Brautpaar warteten darüber hinaus aber auch einige, durchaus anstrengende Aufgaben. Weniger erfolgreich verlief dabei das Durchsägen eines Baumstammes, das symbolisch die Zusammenarbeit der frisch getrauten Eheleute testen soll. Hier erwischte das Paar einen besonders widerstandsfähigen Stamm oder eine besonders stumpfe Säge. Am Ende konnte nur eine elektrische Kettensäge Abhilfe schaffen. Das Ausschneiden eines Herzens aus einem Bettlaken ging dagegen ganz gut vonstatten, das Paar war gleichzeitig mit dem Schnippeln fertig. Dies steht dafür, dass Beide in der Ehe gleichberechtigt das Sagen haben. Das Paar musste, wie es traditionell üblich ist, das Herz im Laken auch durchschreiten.

Als Hochzeitsfotograf fungierte mit Stefan Deja ein bekanntes Genthiner Gesicht. Er bestritt nicht nur eine Fotoausstellung in der Genthiner Bibliothek, sondern nahm auch erfolgreich am Volksstimme-Fotowettbewerb „Blende" teil.

Paare, die den Bund fürs Leben in den Standesämtern der Einheitsgemeinden Genthin, Jerichow und Elbe-Parey schließen, können sich weiterhin an der Volksstimme-Aktion „Traumhochzeit“ beteiligen. Rückfragen zur Teilnahme sind sowohl in den Standesämtern als auch in der Volksstimme-Redaktion unter Telefon 03933/87 34 63 oder über Email an redaktion.genthin@volksstimme.de möglich.

Das Zersägen eines Holzstammes erwies sich für das Paar als schwierig.
Das Zersägen eines Holzstammes erwies sich für das Paar als schwierig.
Foto: Mike Fleske