Günstige Grundstücke

Eigenheim-Bau auf ehemaligen Neubauflächen nimmt in Genthin Fahrt auf

Wohnblocks machen den Weg frei für den Eigenheim-Bau. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft Genthin (SWG) will so die Einwohner, darunter besonders junge Familien, in der Stadt halten. Das Konzept kommt an.

Von Simone Pötschke 25.07.2021, 11:49
In der Einsteinstraße entsteht ein neues Eigenheim.
In der Einsteinstraße entsteht ein neues Eigenheim. Foto: Simone Pötschke

Genthin I - Auf den Flächen, auf denen die Mehrgeschosser der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) aus den 80er Jahren zurückgebaut wurden, nimmt der Bau von Eigenheimen langsam Fahrt auf. Von den insgesamt zirka 39 200 Quadratmetern als Bauland ausgewiesenen Grundstücken sind mittlerweile zirka 63 000 Quadratmeter an Häuslebauer verkauft worden. Dabei seien alle Grundstücksverkäufe in diesem Jahr vollzogen, sagt SWG-Geschäftsführer Michael Weber. Er betont den Zeitraum nicht ohne Grund. Denn mit dem neuen Grundstücksmarktbericht für das Land Sachsen-Anhalt, ein von unabhängigen Gutachtern erstelltes „Marktbarometer“, das für die Bewertung von Grundstücken und Immobilien verschiedenster Kategorien herangezogen wird, mussten auch die Grundstückspreise, die die SWG erhebt, erneut auf den Prüfstand und aktualisiert werden. Der Grundstücksmarktbericht wurde im April dieses Jahres veröffentlicht und erhielt rückwirkend ab dem 31. Dezember vergangenen Jahres Gültigkeit.

Interessant für junge Familien

Die gelisteten Preise beschreiben den mindesten Wert, den eine Sache, in diesem Fall ein unbebautes Grundstück, hat. Er könne aber auch höher liegen, versucht Michael Weber den Spagat zu erklären, vor dem die SWG mit den auf den neuesten Stand gebrachten Preisen für unbebaute, baufähige Grundstücke gestellt wurde. Wobei, daran lässt der SWG-Geschäftsführer keinen Zweifel, sei das Unternehmen in der Pflicht gewesen, die Verkaufspreise den Vorgaben des Grundstücksmarktberichtes anzupassen. Der Aufsichtsrat hatte in diesem Zuge entschieden, dass die SWG möglichst dicht an den Preisvorgaben des Grundstücksmarktberichtes bleibt und damit durchaus mögliche Spielräume bei der Preisgestaltung für Bauland nicht ausreizt. „Diese Entscheidung ist ein Bekenntnis des Aufsichtsrates, der von Stadträten gebildet wird, für die Stadt und ihre Bürger. Der SWG ist nichts an großartigen Gewinnen bei dem Verkauf von Bauland gelegen. Wir wollen die Leute in der Stadt halten“, sagte Geschäftsführer Michael Weber.

Wobei der aktuelle Grundstücksmarktbericht den Häuslebauer, der an den SWG-eigenen Flächen interessiert ist, bereits vor größere Preissprüngen bewahrt. Baugrundstücke entlang des Heinigtenweges haben sich nach seinen Vorgaben von 24 auf 30 Euro pro Quadratmeter verteuert, einen Sprung von 24 auf 30 Euro gibt es bei der Einstein- und bei der Keplerstraße. Insgesamt fielen diese Preise nach wie vor günstig aus, meint SWG-Geschäftsführer Michael Weber.

Grundstückspreise zeigen Wirkung

Der Grundstücksmarktbericht gibt für Burg bei guter Lage des Grundstücks einen Richtwert von 85 Euro pro Quadratmeter vor, bei mittlerer Lage 40 Euro pro Quadratmeter und bei einfacher Lage 28 Euro vor. Zum Speckgürtel Magdeburgs gehörend, ist Biederitz im Jerichower Land das teuerste Pflaster für Häuselbauer. Für in Einfamilienhaus-Grundstück in guter Lage muss er mindestens 100 Euro pro Quadratmeter, in mittlerer Lage 90 Euro und in einfacher Lage 40 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch legen.

Die vergleichbaren günstigen Grundstückspreise für Genthin zeigen bei Käufern inzwischen bereits Wirkung. So sind Grundstücke für den Bau von Einfamilienhäusern ausschließlich in Größenordnungen um 1200 Quadratmeter verkauft worden. Anstatt kostenintensiv Keller zu bauen, so Michael Weber, entschieden sich die Käufer alternativ aufgrund des vorhandenen, relativ günstig erworbenen Platzes für den Anbau von Hauswirtschaftsräumen. Kostengünstiges Bauland erlaube zudem den Bau gleich von mehreren Carports oder die Anlage von Gärten.

Bisher nur Interessenten aus Genthin

Bisher, gab Weber zur Auskunft, hätten ausschließlich Genthiner Bauland, das von der SWG angeboten wird, erworben. Die SWG stünde für die Bereiche Keplerstraße/Einsteinstraße mit weiteren Interessenten in Gesprächen. Für Grundstücke an der Wagnerstraße und am Heinigtenweg fehle derzeit die Nachfrage. Magdeburger oder gar Berliner hätten generell noch kein Kaufinteresse angezeigt. Weber zufolge habe es auch Anfragen von regionalen Bauträgern gegeben, die jedoch nur informellen Charakter gehabt hätten.

Demnächst wird die SWG die Baugrundstücke nach der Preisaktualisierung wieder auf ihrer Homepage anbieten.