Weihnachten

Ein liebgewonnener Wintergast

Er ist der dienstälteste Weihnachtsmann des Jerichower Landes. Alfred Magnus ist seit 53 Jahren in der Adventszeit im Einsatz.

Von Mike Fleske

Genthin l Ein lautes Klingeln einer Glocke, das Stapfen von schweren Stiefeln, dann öffnet sich die Tür des Gemeinschaftsraumes des DRK-Heimes und herein kommt der Weihnachtsmann. „Guten Tag, Ihr lieben Leute“, ruft er mit donnernder Stimme und schwingt dabei die Rute. „Die brauche ich hier nicht, Ihr wart alle artig“, sagt der Weihnachtsmann mit versöhnlichem Tonfall und die Senioren lächeln wie vor Jahrzehnten als sie als Kinder mit leuchtenden Augen am geschmückten Weihnachtsbaum gesessen und auf die Bescherung gewartet haben. „Huh, ganz kalte Hände hast du“, sagte Bewohnerin Jutta Braunschweig, als ihr der Weihnachtsmann die Hand gab. „Ich komme ja auch von draußen“, antwortete ihr der Besucher.

Mancher Bewohner hatte ein paar Verse parat oder sang dem Weihnachtsmann ein Lied, manchmal wurde aber auch verhandelt. „Lieber Weihnachtsmann ich bin eine Frau von 94 Jahren, was soll ich dir für ein Gedicht aufsagen?“, fragte Elsbeth Nothe und handelte einen Aufschub aus: „Ich sage Dir ein Gedicht auf, wenn du das nächste Mal kommst.“ Somit sind die beiden für das kommende Jahr verabredet, denn schließlich kann man sich auf den Weihnachtsmann aus Redekin verlassen. „1963 hat das angefangen, da war meine Tochter zwei Jahre alt“, erinnert sich Alfred Magnus.

 Er bekam in den folgenden Jahren immer mehr Anfragen, sodass er im Laufe der Jahre ein gut gebuchter Weihnachtsmann wurde. Mittlerweile bei mehreren Generationen mancher Familien. „Alfred Magnus war als Weihnachtsmann bei uns zu Hause, als ich ein Kind war, heute besucht er meine Enkelkinder“, berichtet Manuela Gericke, Mitarbeiterin des DRK-Seniorenheimes. Generationen von Kindern hat Magnus im Laufe der Jahrzehnte besucht. Auch heute sorgt er für strahlende Kindergesichter. In Redekin hatte er ein halbes Dutzend Einsätze in diesem Jahr, wie vor einigen Wochen beim Besuch in der Kita „Parkstrolche“ in Redekin.

Er kennt fast jedes Kind persönlich und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. „Du weißt aber viel über mich“, ist mancher Fünf- oder Sechsjährige dann verwundert. „Ich bin ja auch der Weihnachtsmann und weiß alles“, sagt der Weihnachtsmann dann. „Bei den Senioren ist es ähnlich, viele kenne ich von früher und die Herrschaften freuen sich, wenn ich sie mit Namen anspreche und sie mit mir über ihre Heimatdörfer erzählen können“, sagt Magnus. Er ist bei seinen Besuchen in Genthin auf allen Stationen des Heimes unterwegs. Für ihn ist die Rolle als Weihnachtsmann eine wahre Berufung. Liebevoll gestaltet er seine Auftritte aus.

Er hat manch freundliches Wort für die Anwesenden und ist dabei nicht einschüchternd, sondern ein „netter“ Weihnachtsmann, der sich ganz auf die Menschen, die er besucht, einstellt. „Für uns ist der Auftritt des Weihnachtsmannes immer ein Höhepunkt unserer Feier mit den Bewohnern“, erzählt Gabriele Werner, Leiterin des DRK-Heimes. Mit viel Liebe zum Detail bereiten die Mitarbeiter die Feiern vor, dekorieren die Kaffeetafel, verpacken kleine Geschenke, die der Weihnachtsmann den Bewohnern überreicht. Zuvor werden mit den Bewohnern Kekse gebacken und auch ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt stand auf dem Programm. Der Besuch des Weihnachtsmannes gehört in jedem Jahr dazu und Alfred Magnus hat immer noch einen vollen Terminkalender. Auch am Heiligen Abend.