Tag des Gartens

Es grünt und blüht in Jerichow

Für den jeweils zweiten Sonntag im Juni sollten sich Kleingärtner einen Knoten ins Taschentuch binden. An diesem Tag wird deutschlandweit der Tag des Gartens gefeiert. 2021 fiel der Aktionstag auf den 13. Juni. Auch in Jerichow hat der Garten für viele Menschen eine besondere Bedeutung.

Von Thomas Skiba
Monika Altenburg aus Jerichow an einem ihrer Rosenstöcke: „Sie sind neben den Kiwis mein ganzer Stolz.“ Übrigens erntet sie fast jedes Jahr rund einen Zentner dieser vitaminreichen Früchte.
Monika Altenburg aus Jerichow an einem ihrer Rosenstöcke: „Sie sind neben den Kiwis mein ganzer Stolz.“ Übrigens erntet sie fast jedes Jahr rund einen Zentner dieser vitaminreichen Früchte. Foto: Thomas Skiba

Jerichow - Hier fühlen sich Amsel, Regenwurm und Hummel wohl. Im Garten von Monika Altenburg in Jerichow ist ein kleines Paradies entstanden, das der Besucher nicht vermuten würde, wenn er vor der Haustür steht. Mitten in der kleinen Stadt an der Elbe könnte er mit einem Mal sich versetzt fühlen an den Südrand des Harzes, in das Rosarium Sangerhausen. Übermannshohe Rosenbüsche in rosa, weiß und rot wechseln sich ab mit weit ausladenden Kiwi-Bäumen und ausgefallenen Gemüsepflanzen.

Damit schwimmt die Rentnerin voll auf der Welle, folgt man dem Motto des diesjährigen Gartentages: Moderne Tradition – Kleine Gärten voll im Trend. Davon gibt es in den Ortschaften der Einheitsgemeinde jede Menge, hinter fast jedem Haus pflegen und bewahren die Menschen ihre botanischen Kleinode.

„Dieses Paradies habe ich mir mit meinem Mann geschaffen“, so Monika Altenburg. Viel zu tun gibt es auf dem rund 500 Quadratmeter großem Grundstück immer, sagt die Rentnerin, doch alles schaffe sie nicht mehr. Ihr Sohn helfe zwar, so gut er kann und doch habe sie mittlerweile Freude daran, „nicht mehr alles perfekt zu machen“.

Vom Nutz- zum Blumengarten

Anfangs noch war der Garten, wie für viele ihrer Freunde und Nachbarn in erster Linie ein sogenannter Nutzgarten – er diente mit seinen selbstangebauten Kräutern, Gemüse und Obst der Bereicherung des heimischen Esstischs. Nach und nach wandelten sich die Radieschen- und Kohlrabi-Beete um in Flecken voller Blumen und Gräser. Brachliegende Streifen säten sich von selbst mit allerlei Blühpflanzen an, die in den vergangenen Jahren den Garten farbenfroh aus allen Nähten platzen ließ.

Nach und nach entwickelte sich der Blumen- und Gemüsegarten zu einem Insektenanziehungspunkt, die sich wiederum um die Blüten kümmern und für dauerhaftere Pracht sorgen. „Es ist auch weiterhin ein Nutzgarten, nur in einer etwas anderen Art“, stellt Monika Altenburg fest. Und sie sieht es als Gewinn für sich wie für die Tiere.

800 Gramm schwere Kartoffeln aus eigenem Anbau

Ähnlich sieht es auch Reinhard Dietze aus Wilhelmsthal. Der Gärtner kann unzweifelhaft behaupten, einen „grünen Daumen“ zu besitzen. In den zurückliegenden Jahren konnte der Rentner mit mehreren Rekorden aufwarten, etwa mit rund 800 Gramm schweren Kartoffeln. Auch meterhohe Sonnenblumen wachsen hinter dem Haus der Familie Dietze, buntfarbige Gladiolen und voll besetzte Bohnensträucher kommen dazu und sind jedes Jahr ein Markenzeichen seines gärtnerischen Könnens.

„Ich bin Gärtner mit Leidenschaft“, betont Reinhard Dietze, „wenn alles wächst und gedeiht, bin ich zufrieden.“ Derzeit sprießt und blüht es bei dem Wilhelmstaler, das Wetter meint es gut mit den Gärtnern, sagt er. Jeder Garten sei auch ein kleines Stück Naturschutz und verfügt über ungeahntes ökologisches Potenzial, ist von den Gärtnern zu hören. Egal ob es ein Nutz-, Blumen- oder Naturgarten sei, Insekten finden an jeder Pflanze Futter, Vögel und Fledermäuse bleiben heimisch.

Bedeutung des Gartensins Bewusstsein rücken

Ins Leben gerufen wurde der Tag des Gartens bereits 1984 vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG). Ziel der damaligen Initiative war es, die Bedeutung des Gartens und der Gärtnerei stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Den Initiatoren ging und geht es dabei vor allem um die folgenden Aspekte: Den positiven Einfluss des Kleingartens und der Gartenarbeit auf den Menschen und um die städtebauliche, ökologische und soziale Bedeutung des Kleingartenwesens.

Kleine Plätze der Ruhe und des Beobachtens finden sich in fast jedem Garten.
Kleine Plätze der Ruhe und des Beobachtens finden sich in fast jedem Garten.
Foto: Thomas Skiba
Wärme und genug Regen lassen auch in Jerichow die  Gärten erblühen.
Wärme und genug Regen lassen auch in Jerichow die Gärten erblühen.
Foto: Thomas Skiba