Genthin l Der Stadtrat wird bei seiner Sitzung am Donnerstag nächster Woche noch nicht über den Bebauungsplan und ein umfangreiches Vorschlagspapier zur Zukunft der Anlage entscheiden. Nach schweren Irritationen im Wirtschaftsausschuss sorgte die Verwaltung am folgenden Tag für diese Aufklärung.

Die LFD Holding hatte bereits vor Wochen kommuniziert, dass der Stadtrat eine Entscheidung zu dem von der LFD eingereichten Papier am 26. April fällen würde.

Rückbau geplant

Darin schreibt das Unternehmen fest, etwa ein Drittel der bis 2015 genutzten Kapazitäten abzubauen. 4000 der gegenwärtig 13.750 Plätze sollen zurückgebaut werden. Alle Ställe sollen mit einer Abluftreinigung ausgestattet werden. Um diese und andere Investitionen zu refinanzieren, will die LFD im Gegenzug die Anzahl der Sauen von 7200 auf 9750 aufstocken. Aus den Zahlen hat die LFD bisher kein Geheimnis gemacht. Alle Beteiligten warteten deshalb auf ein Startsignal, denn der Beratungsgegenstand tauchte in keiner Ausschuss-Tagesordnung auf. Das schürte im Ausschuss Unsicherheit und zum Teil auch Verärgerung. Dass die von der LFD eingereichten Unterlagen nicht komplett seien, wurde bei der Ausschusssitzung jedoch im öffentlichen Teil durch Fachbereichsleiterin Alexandra Adel nicht bekanntgegeben, so dass die Stadträte ahnungslos blieben.

Bürgermeister Barz (CDU) erklärte dies gegenüber der Volksstimme damit, dass Alexandra Adel als Fachbereichsleiterin Bürgerservice nicht mit diesem speziellen baurechtlichen Thema befasst sei. Außerdem sei der Bebauungsplan für den LFD-Standort Gladau nicht Gegenstand der Tagesordnung gewesen. Das ist insofern korrekt, als dass Klaus Voth (CDU) die LFD unter dem Punkt Anfragen und Anregungen zur Sprache brachte. Er wurde jedoch sehr deutlich durch Alexandra Adel darauf hingewiesen, dass alles, was die LFD betrifft, im nichtöffentlichen Teil zu besprechen sei. So wurde bei Gästen der Sitzung der Eindruck der Geheimniskrämerei erzeugt.

Klage der Stadt

In einer Reaktion der Verwaltung auf die Berichterstattung der Volksstimme stellt sich dies allerdings anders dar. Sämtliche Beschlüsse, die sich mit planungsrechtlichen Bauvoraussetzungen befassen, seien zwingend öffentlich zu verhandeln und würden auch für die öffentliche Beratung vorbereitet, hieß es. Bürgermeister Barz ergänzte im Gespräch mit der Volksstimme daraufhin, dass alle Fragen, die im Zusammenhang mit einer anhängigen Klage der Stadt bezüglich der Gladauer Anlage gegen das Landesverwaltungsamt stehen, nichtöffentlich beraten werden.

Auch der Vorwurf einiger Ausschussmitglieder an die LFD, mit einer Vorsprache bei der CDU-Fraktion die größte Fraktion zu begünstigen und die kleineren zu benachteiligen, ist aus der Welt. Nur wenige Stunden nach der Ausschusssitzung erklärte LFD-Geschäftsführer Jörn-F. Göbert auf Volksstimme-Anfrage, dass er Kontakt zu allen im Stadtrat vertretenen Fraktionen suchen werde.

Besuch möglich

Die aufgeregten Diskussionen im Wirtschaftsausschuss waren bereits ein Testballon für die große Brisanz, die im LFD-Antrag für die Gladauer und für die Stadt Genthin steckt. In der kommenden Woche geht es in dieser Angelegenheit Schlag auf Schlag. So hat sich in dieser Woche LFD Geschäftsführer Jörn-F. Göbert mit einem offenen Brief an die Gladauer gewandt, in dem er ausführlich und detailliert die Pläne der LFD Holding in Gladau darlegt. Er bietet Interessenten einen Besuch der Anlage in Gladau bei einem Tag des Offenen Hofes am Montag von 16 bis 18 Uhr und am Dienstag von 18 bis 20 Uhr an.

Am Montag veranstalten die Grünen um 19 Uhr im Lindenhof eine öffentliche Info-Veranstaltung zur Schweinehaltung in Gladau, zu der die Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking erwartet wird.