Jerichow l Den Auftakt zum Musiksommer macht am kommenden Sonnabend das Schubert-Trio Magdeburg. Knapp einen Monat später folgt dann das „Trio Italiana“. „Wir wollen neue Wege beschreiten“, betont Marco Reiß, künstlerische Leiter der Stiftung Kloster Jerichow. Musik und geistiges Leben sollen zusammenkommen und einander ergänzen. „Warum nicht einen Gottesdienst mit einer starken musikalischen Komponente umrahmen“, so Reiß weiter und sieht besonders in diesen Tagen die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen und Künstler als richtungsweisend für den Kulturstandort Jerichow an.

Pfarrerin Rebekka Prozell könnte sich ebenfalls eine Kooperation mit der Kloster-Stiftung vorstellen. „Die Wechselwirkung ist da“, sagt Prozell und weist auf die Erfahrungen der vergangenen Gottesdienste hin.

Touristen besuchen im Anschluss Museum

Viele Touristen halten an, nehmen an der Zeremonie in der Klosterkirche teil und besuchen im Anschluss noch das Museum oder den Klostergarten. Ein Anruf bei Marco Reiß mit der Frage: „Warum nicht die Gottesdienst-Termine mit den Sommermusiken verknüpfen?“ Die Pfarrerin sei dafür offen, wie sie sagt und: „Das gab es ja Anfang der Neunziger Jahre schon einmal, also müssten wir nur dagewesenes neu aufleben lassen.“

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Da das musikalische Element bei den Sommermusiken überwiege, nennt Prozell die Gottesdienste Andachten, bei der sie eine kurze Ansprache hält und dann die „innere Sammlung mit der Musik erfolgt“.

Die Vorbereitungen für die Jazz-Veranstaltung vom 14. bis 16. August laufen ebenfalls auf Hochtouren, informiert Reiß –nur unter anderen Vorzeichen.

Mehrere kleine Konzerte

Es wird kein Jazz-Festival wie im letzten Jahr geben, sondern mehrere Konzerte an einem Wochenende. Den Grund nennt Klosterchef Bernd Witt: „Wir dürfen die Besucherzahlen nicht überschreiten und das lässt sich mit Einzelkonzerten besser organisieren.“

Bis in den Herbst hinein seinen ja Großveranstaltungen mit über 1000 Besuchern untersagt, so der Geschäftsführer und „würden wir es als Festival laufen lassen, wäre die Grenze schnell überschritten“.

Auf jeden Fall können sich die Gäste auf die angekündigten Künstler freuen, so Witt, denn nur ganz wenige hätten abgesagt. Ob Till Brönner und Band, das Dieter Ilg Trio, das Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt oder Łukasz Pawlik Quartett – alle Musiker haben ihr Kommen zugesichert und freuen sich auf die Konzerte in den Klostermauern,so Klosterchef Witt.

Die Sommermusiken und das Jazz-Wochenende im August gelten als touristische Gipfel, wie auch künstlerische Höhepunkte der Saison und ziehen Gäste aus ganz Mittel- und Norddeutschland an. „Wir sind froh, auch wieder kulturell durchstarten zu können“, unterstreicht Witt und sagt, „wenn auch mit leicht angezogener Handbremse.“

Klostergartenfest muss ausfallen

Denn leider musste ein Besuchermagnet abgesagt werden: das Klostergartenfest. Im letzten Jahr feierten über 4000 Besucher im mittelalterlichen Flair und das wäre aktuell unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen nicht zu händeln gewesen, so Witt.